Lektion 9.Erben der Verheißung, Gefangene auf Hoffnung | 9.3 Die Herausforderung des Landes | 🗺️ DAS BUCH JOSUA | 🌱 LEBENDIGES GLAUBENSLEBEN
🗺️ DAS BUCH JOSUA
⛪ Lektion 9 : Erben der Verheißung, Gefangene auf Hoffnung
📘 9.3 Die Herausforderung des Landes
✨ Gnade empfangen, Verantwortung leben
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🟦 Einleitung
Die Geschichte Israels ist ein Zeugnis dafür, dass Gottes Gaben nicht einfach Besitz, sondern Berufung bedeuten. Die Israeliten erhielten das verheißene Land nicht wegen ihrer Stärke oder Leistung, sondern allein durch Gottes Gnade. Dennoch bedeutete dieses Geschenk auch Verantwortung, Mut und Gehorsam. Die Herausforderung bestand nicht nur im Empfang, sondern im Leben innerhalb der göttlichen Verheißung. So zeigt auch unsere Erlösung: Wir sind gerettet aus Gnade – doch echte Nachfolge bedeutet, in dieser Gnade zu wachsen, zu handeln und treu zu bleiben.
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📖 Bibelstudium
📜 Bibeltext 1 – Josua 13,1–7
„Josua war alt und hochbetagt. Da sprach der HERR zu ihm: Du bist alt und hochbetagt, und von dem Lande bleibt noch sehr viel einzunehmen.“ (Josua 13,1)
Dieser Abschnitt zeigt, dass trotz des langen Weges und vieler Siege Israel noch nicht das ganze verheißene Land eingenommen hatte. Gott zählt auf, welche Gebiete noch übrig sind – ein Zeichen, dass das Versprechen zwar gegeben, aber noch nicht vollständig verwirklicht ist. Es war ein Aufruf zur weiteren Aktion im Glauben, auch wenn Josua selbst alt war. Die Verantwortung ging auf das Volk über.
📜 Bibeltext 2 – Philipper 2,12
„…schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern; nicht nur wie in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit.“
Paulus spricht nicht von Werkgerechtigkeit, sondern davon, wie Erlöste ihre Errettung ernst nehmen und aktiv im Glauben leben sollen. Es geht um eine aktive Teilnahme am Prozess der Heiligung – in Demut und Ehrfurcht vor Gott.
📜 Bibeltext 3 – Hebräer 12,28
„Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Ehrfurcht.“
Hier wird betont, dass die empfangene Gnade nicht zur Passivität führt, sondern zur Dankbarkeit, die sich im ehrfürchtigen Dienst zeigt. Das unerschütterliche Reich ist ein Geschenk – aber eines, das mit Hingabe gelebt werden muss.
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🗣️ Antworten zu den Fragen
🔹 Frage 1: Was waren die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Besitznahme des Landes, auch wenn Kanaan ein Geschenk Gottes war? (Josua 13,1–7)
Die größte Herausforderung war, dass das Land zwar ein göttliches Geschenk war, aber seine Besitznahme nicht automatisch oder ohne Aufwand erfolgte. Israel hatte militärisch keine Überlegenheit. Sie waren ehemalige Sklaven ohne militärische Tradition oder Erfahrung. Die befestigten Städte Kanaans, wie die der Philister, galten als uneinnehmbar – sogar für die Ägypter. Gott selbst sagt zu Josua, dass noch „viel Land“ einzunehmen sei. Die Herausforderung bestand also darin, trotz Alter, Erschöpfung und Unsicherheit im Glauben weiterzugehen. Das Volk musste lernen, dass Gottes Versprechen nur dann wirksam werden, wenn man sie im Vertrauen auf seine Kraft auch praktisch einnimmt. Das zeigt uns: Gnade ersetzt nicht unsere Beteiligung – sie macht sie erst möglich.
🔹 Frage 2: Inwiefern begegnen Christen heute ähnlichen Herausforderungen wie denen im Zusammenhang mit der Besitznahme des verheißenen Landes? (Philipper 2,12; Hebräer 12,28)
Auch Christen leben heute in der Spannung zwischen empfangener Verheißung und deren aktiver Umsetzung. Wir haben durch Christus bereits ein unerschütterliches Reich empfangen – die Erlösung, die neue Identität als Kinder Gottes, die Hoffnung auf die neue Erde. Aber wie Israel das Land, so sollen auch wir das neue Leben „in Besitz nehmen“. Das bedeutet, unser tägliches Leben mit Gott zu gestalten – durch Gehorsam, Gebet, Hingabe, Gemeinschaft und Heiligung. Der Glaube muss konkret werden: in Entscheidungen, in Verzicht, in Nachfolge. Philipper 2,12 ruft uns dazu auf, unsere Errettung mit „Furcht und Zittern“ zu leben – nicht aus Angst, sondern aus Ehrfurcht. Hebräer 12,28 erinnert uns, dass wahre Dankbarkeit sich im aktiven, ehrfürchtigen Dienst zeigt. Die Herausforderung liegt also darin, in einer Welt voller Ablenkung und Selbstsicherheit geistlich wach, treu und zielgerichtet zu bleiben.
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✨ Geistliche Prinzipien
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Gottes Verheißungen erfordern menschliche Beteiligung
– Obwohl das Land ein Geschenk war, mussten die Israeliten es einnehmen. So erfordert auch unser geistliches Leben aktive Schritte im Glauben. -
Gnade ist nicht passiv, sondern aktivierend
– Gott schenkt das Land, aber wir sind verantwortlich, es zu verwalten. Ähnlich bewirkt Gnade keine Untätigkeit, sondern einen Lebensstil der Hingabe. -
Gott wirkt trotz menschlicher Begrenzung
– Josua war alt, das Volk unerfahren. Doch Gottes Macht genügte. Unsere Schwäche disqualifiziert uns nicht – sie öffnet den Raum für Gottes Wirken. -
Nicht alles auf einmal – geistliches Wachstum ist ein Prozess
– Das Land wurde Stück für Stück eingenommen. Auch Heiligung und geistliche Reife geschehen Schritt für Schritt. -
Verantwortung bewahrt das Geschenk
– Der Besitz des Landes war an Gehorsam geknüpft. Genauso bleibt geistlicher Segen nur dann lebendig, wenn wir ihn in Treue bewahren.
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🛠️ Anwendung im Alltag
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Wo ist mein “verheißenes Land”?
Gibt es Lebensbereiche, in denen Gott mir Verheißungen gegeben hat, aber ich mich zurückhalte, sie „in Besitz zu nehmen“? Vielleicht ein Ruf zur Versöhnung, zur Mitarbeit in der Gemeinde, zur Aufgabe eines Lebensstils? -
Lebe ich aktiv in der empfangenen Gnade?
Glaube bedeutet nicht nur, etwas anzunehmen, sondern darin zu leben. Gehorsam, Geduld, geistliche Disziplin – all das sind Schritte der Besitznahme. -
Vertraue ich Gottes Kraft trotz meiner Schwäche?
Wie Josua im Alter oder Israel ohne Armee kann ich mich überfordert fühlen. Doch Gott fordert nicht Perfektion, sondern Vertrauen. -
Wie sieht mein geistlicher Fortschritt konkret aus?
Setze dir geistliche Ziele: regelmäßiges Bibelstudium, Gebet, Dienst an anderen – das sind Schritte „ins verheißene Land“.
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🧩 Fazit
Die Geschichte Israels ist unsere Geschichte. Das verheißene Land erinnert uns daran, dass Gnade ein Geschenk ist, das Verantwortung mit sich bringt. Gott ruft uns nicht nur dazu auf, zu empfangen – sondern in Seinem Willen zu leben. Die Herausforderung des Landes war nicht die Größe der Feinde, sondern das Vertrauen auf Gott. Heute ist unsere Herausforderung nicht die Eroberung von Städten, sondern die tägliche Nachfolge in einer Welt voller Ablenkung. Gottes Verheißung bleibt – aber unser Gehorsam macht sie in unserem Leben sichtbar.
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💭 Gedanke des Tages
„Gott gibt das Land, aber du musst es betreten.“
Die Verheißung allein verändert nichts – wenn sie nicht im Glauben angenommen und durch Gehorsam gelebt wird. Nimm heute einen Schritt ins Land, das Gott dir zeigen will.
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✍️ Illustration
Zwischen Ruinen und Verheißung
Ein Weg zurück ins Licht
🟫 Kapitel 1: Der Ruf
Berlin. Beton, Glas, Kalender voller Termine. Lukas Berger, 38, Architekt, erfolgreich – zumindest auf dem Papier. Innen? Leer. Alles läuft wie geplant, doch seit Monaten spürt er diesen leisen, nicht nachlassenden Druck: „Da muss doch mehr sein.“
Ein Brief reißt ihn aus der Routine: ein handgeschriebener Umschlag vom Notar. Das alte Haus seiner Kindheit im Schwarzwald, seit Jahren unbewohnt, steht kurz vor dem Abriss. „Sie sind Alleinerbe. Bitte um Entscheidung bis Monatsende.“
Er wirft den Brief erst beiseite. Dann träumt er in der Nacht von den Psalmen seiner Mutter, vom alten Birnbaum im Hof – und von einer Stimme, die flüstert: „Lukas, geh zurück.“
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🟫 Kapitel 2: Heimkehr
Ein nebliger Morgen. Lukas fährt stundenlang, schweigend, bis er das Dorf erreicht, das er als Teenager wütend verlassen hatte. Das Haus ist ein Schatten seiner selbst – Dachschäden, zersprungene Fenster, vom Wind gezeichnete Wände. Er steht davor mit einem rostigen Schlüssel in der Hand.
Drinnen ist alles verstaubt, aber vertraut. Ein altes Familienfoto hängt noch schief an der Wand. In der Küche findet er eine Bibel – offen bei Josua 13. Die Worte treffen ihn wie ein Blitz: „Es bleibt noch viel Land einzunehmen.“
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🟫 Kapitel 3: Das Erbe
Ein alter Nachbar, Herr Reuter, erkennt Lukas sofort. „Du siehst aus wie dein Vater. Der war treu – in allem, was er tat.“
Lukas schweigt. Er fühlt sich wie ein Verräter. Jahrelang hatte er den Glauben seiner Familie als Schwäche verspottet, ihre Werte hinter sich gelassen.
Doch Reuter sagt leise: „Vielleicht hat Gott dir das zurückgegeben, nicht zum Bewahren, sondern zum Weiterbauen.“
Am Abend liest Lukas weiter in der Bibel. Er stößt auf Philipper 2,12: „Schaffet, dass ihr selig werdet mit Furcht und Zittern.“ Es geht nicht um Angst, sondern um Verantwortung.
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🟫 Kapitel 4: Die Entscheidung
In der Nacht träumt er von seinem Vater. Der steht vor dem Haus und winkt ihm zu, lächelnd. Im Traum hört Lukas erneut die Stimme: „Du musst es betreten.“
Am nächsten Morgen ruft er den Notar an: „Ich nehme das Erbe an.“
Doch nicht nur das. Er beschließt, das Haus zu renovieren. Nicht als Ferienhaus – sondern als geistliches Zentrum. Ein Ort für junge Menschen, für Gespräche über Glauben, Identität, Berufung.
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🟫 Kapitel 5: Die erste Wand
Die Renovierung beginnt. Lukas arbeitet mit Freiwilligen aus der Umgebung – darunter auch Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. Jeder Balken, den er austauscht, fühlt sich an wie eine innere Wiederherstellung. Er kämpft mit Rückschlägen, Müdigkeit, Selbstzweifeln. Doch er erinnert sich täglich: „Gott hat es geschenkt – aber ich muss es mit Leben füllen.“
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🟫 Kapitel 6: Verheißung im Staub
Nach Monaten der Arbeit steht das Haus wieder. Die Fenster leuchten im Abendlicht. In einem kleinen Einweihungsgottesdienst liest Lukas aus Hebräer 12,28:
„Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Ehrfurcht.“
Er schaut auf das Kreuz an der Wand und sagt:
„Ich dachte, ich müsste stark sein, um das Land zu nehmen. Aber ich musste nur bereit sein, mich senden zu lassen.“
🎯 Botschaft der Geschichte:
Gott gibt uns Verheißungen – aber sie werden erst dann lebendig, wenn wir sie im Glauben betreten. Gnade ist kein Endpunkt, sondern der Anfang eines Weges. So wie Lukas das alte Haus annahm und erneuerte, so ruft Gott auch dich, das Land zu betreten, das vor dir liegt – mit zitternden Händen, aber festem Vertrauen.
