đ Von Babylon zum ewigen Reich
đ Historische, geistliche und prophetische Gedichte aus dem Buch Daniel
đ Kapitel 1 â Miniserie 1
đ Von Jerusalem nach Babylon
đ Als Gottes Volk in die Fremde gefĂŒhrt wurde
đ Gedicht 5 â Die Auswahl der jungen MĂ€nner
đïž Als Babylon die Besten Judas fĂŒr sich gewinnen wollte
Babylon stand in voller Macht,
durch Siege groĂ und reich gemacht.
Der König dachte weit voraus
und baute klug sein Herrscherhaus.
Nicht nur durch Waffen wollte er
sein Reich vergröĂern immer mehr.
Auch Wissen sollte ihm gehören,
um seine Herrschaft zu vermehren.
So sprach der König zum Palast:
âBringt mir aus jeder Völkerschaft
die Besten ihrer jungen Zeit,
voll Kraft, Verstand und Klugheit.â
Man suchte MĂ€nner edler Art,
an Körper, Geist und Wesen stark.
Sie sollten lernen, denken, seh’n
und einst vor Königen besteh’n.
Aus Juda wÀhlte man darum
die Jugend aus dem Königstum.
Von edlem Haus und gutem Stand
wurden sie genommen aus dem Land.
Unter ihnen war Daniel,
dem Gott vertraut und treu zur Stell’.
Mit ihm Hananja, freundlich, klar,
und Asarja und Mischael waren da.
Sie waren jung an Lebensjahren,
doch reich an guten Gnadengaben.
Der Herr hatte sie vorbereitet schon
fĂŒr ihren Weg nach Babylon.
Die WĂ€chter fĂŒhrten sie hinein
durch Babylons gewaltigen Schein.
Vor ihnen lag ein neuer Weg,
voll PrĂŒfung auf dem Lebenssteg.
Man prĂŒfte Haltung und Verstand,
die Sprache und das Auftreten im Land.
Die Lehrer achteten genau,
auf jeden Blick und jedes Schau’n.
Der König wollte Diener seh’n,
die fest in seinem Dienste steh’n.
Sie sollten lernen, wie man spricht,
und dienen seinem Weltgericht.
Drei Jahre lang war vorgesehen,
dass sie die Weisheit sollten seh’n,
die Babylon zu bieten hatte,
an Schulen, BĂŒchern und PalĂ€sten.
Man lehrte Sternenkunde dort,
Geschichte und Gelehrtenwort.
Man zeigte ihnen Tag fĂŒr Tag
was Babylon als Wahrheit sah.
Doch hinter allem stand ein Ziel,
das tiefer ging und mehr enthielt.
Man wollte nicht nur Wissen geben,
man wollte ihr ganzes Denken prÀgen.
Die Heimat sollte fern verblassen,
die Vergangenheit vergessen lassen.
Was Juda einst im Herzen trug,
sollte weichen Zug um Zug.
Der Feind verstand seit alter Zeit,
wie man den Glauben langsam entzweit.
Nicht immer kommt Versuchung laut,
oft wirkt sie still und wohlvertraut.
Daniel spĂŒrte schon am Beginn,
wohin die neuen Wege fĂŒhr’n.
Er sah die Gefahr hinter dem Glanz,
verborgen hinter Macht und Kranz.
Die Mauern waren nicht das Problem,
auch nicht der König auf dem Thron.
Die gröĂte PrĂŒfung wĂŒrde sein,
im Herzen treu dem Herrn zu bleiben.
Hananja dachte Àhnlich wohl,
und Mischael blieb glaubensvoll.
Auch Asarja hielt daran fest,
was Gott in ihre Herzen legt.
Die Freunde standen eng vereint,
wenn auch die Zukunft ungewiss erscheint.
Sie wussten nicht, was kommen mag,
doch Gott begleitet jeden Tag.
Die Lehrer sahen ihre Gaben,
die sie vom Himmel empfangen hatten.
Sie lernten schnell und voller FleiĂ,
doch Demut blieb ihr schönster Preis.
Denn wahre Weisheit kommt von Gott,
nicht nur von BĂŒchern oder Wort.
Der Herr verleiht dem Menschen Licht,
das keine Schule geben kann.
So begann die Ausbildungszeit
voll Hoffnung und voll Wachsamkeit.
Babylon wollte sie gewinnen,
doch Gott wirkte tief in ihrem Innern.
Die Welt bot Ehre, Ruhm und Macht,
und vieles, das Bewunderung entfacht.
Doch Daniel wusste schon von fern,
gröĂer als alles ist der Herr.
Wer Gott gehört mit Herz und Sinn,
trÀgt seinen Schatz im Innern hin.
Kein fremdes Land, kein Königsthron
trennt ihn vom Gott im Himmel schon.
So wurden junge MÀnner gewÀhlt,
wie es die Schrift uns treu erzÀhlt.
Doch keiner ahnte damals schon,
welch groĂes Werk begann in Babylon.
Denn Gott bereitet oft ganz still
die Menschen vor nach seinem Will’.
Und wer ihm treu im Kleinen bleibt,
wird einst von ihm zum Dienst geweiht.
Die Auswahl war nach Menschenblick,
doch Gott bestimmte das Geschick.
Er sah in Daniel lÀngst den Mann,
durch den er GroĂes wirken kann.
So begann in jener Zeit
ein Weg von groĂer Wichtigkeit.
Vier junge MĂ€nner standen bereit,
gefĂŒhrt von Gott zur Ewigkeit.
