đ Von Babylon zum ewigen Reich
đ Historische, geistliche und prophetische Gedichte aus dem Buch Daniel
đ Kapitel 1 â Miniserie 1
đ Von Jerusalem nach Babylon
đ Als Gottes Volk in die Fremde gefĂŒhrt wurde
đïž Gedicht 2 â Die SchĂ€tze des Tempels
âïž Als die heiligen GerĂ€te nach Babylon gebracht wurden
Jerusalem war eingenommen,
das Unheil war nun voll gekommen.
Die Tore standen offen weit,
und Trauer fĂŒllte jede Zeit.
Die Sieger gingen durch das Land,
mit Macht und Stolz und starker Hand.
Sie nahmen mit, was wertvoll schien,
und wollten reich beladen zieh’n.
Der Tempel auf dem Zion stand,
erbaut nach Gottes weisem Plan.
Dort hatte einst in Herrlichkeit
der Herr gewohnt zu jener Zeit.
Dort stieg das Weihrauchopfer auf,
dort nahm der Gottesdienst seinen Lauf.
Dort sang das Volk mit frohem Klang
dem Höchsten Lob und Dankgesang.
Die goldnen Leuchter glÀnzten hell,
die GerÀte waren kostbar, edel.
Sie dienten nicht dem Menschenstolz,
sie waren Gottes Eigentum.
Nun kamen fremde MĂ€nner her,
bewaffnet aus dem Siegerheer.
Sie traten in den Tempel ein
und nahmen, was dem Herrn war sein.
Die heiligen GefĂ€Ăe wurden fortgetragen,
wie Beute unter vielen Wagen.
Man lud sie auf und zog davon,
weit weg von Juda nach Babylon.
Die Menschen sahen voller Schmerz,
und tiefe Trauer traf ihr Herz.
Es schien, als wÀre Gottes Macht
nun durch die Feinde klein gemacht.
Man fragte sich in dunkler Nacht:
âHat Babylon den Sieg vollbracht?
Hat Marduk stÀrker sich erwiesen,
als Israels Gott, den wir einst priesen?â
Doch der Himmel schwieg nicht still,
auch wenn der Mensch es glauben will.
Der Herr verlor nicht seinen Thron,
er herrschte weiter â auch in Babylon.
Nicht Marduk hatte ĂŒberwunden,
nicht Götzen aus den Heidenrunden.
Der Höchste hatte zugelassen,
was Juda selbst verschuldet hatte.
Die GerĂ€te kamen schlieĂlich an
im Land des groĂen Babylon.
Dort brachte man sie voller Stolz
in einen Tempel ihrer Götter.
Man stellte sie als Zeichen auf
vom Sieg der Macht im Weltenlauf.
Die Priester priesen ihre Götzen,
als könnten sie die Welt beschĂŒtzen.
Doch Gold bleibt Gold und schweigt dabei,
ob Tempel hier, ob Tempel dort sei.
Die GerÀte wussten gleichsam stumm,
wem sie gehörten â Gottes Ruhm.
Der Herr vergaĂ sie niemals ganz,
auch fern vom heil’gen Tempelglanz.
Was einst ihm geweiht worden war,
blieb sein â unsichtbar, aber wahr.
Jahre wĂŒrden noch vergeh’n,
bis viele dies verstehen.
Denn einst in Babylons Palast
wĂŒrde erneut die Wahrheit offenbar.
Dann wĂŒrden dieselben GefĂ€Ăe stehen
vor Menschen, die Gott nicht verstehen.
Und mitten in der Festesnacht
wĂŒrde Gottes Gericht erwachen.
So wurde schon zu jener Zeit
ein Weg bereitet in Ewigkeit.
Was Menschen fĂŒr vergessen hielten,
sollte noch Gottes Plan erfĂŒllen.
Der Höchste lenkt Geschichte fort,
er wacht ĂŒber jedes seiner Wort.
Nichts geht verloren vor seinem Blick,
nichts entgleitet seinem Geschick.
Die SchÀtze wurden fortgebracht,
doch Gottes Herrschaft blieb in Macht.
Kein Heer kann seinen Thron zerstören,
kein König seine Wege stören.
Jerusalem lag nun gebeugt,
doch Gottes Treue blieb bezeugt.
Auch wenn sein Volk die Heimat verlor,
ging seine FĂŒhrung dennoch vor.
Denn nicht der Tempel aus Stein allein
sollte Gottes Wohnung sein.
Er sucht vor allem Herz und Sinn,
die treu und ganz ergeben sind.
Bald wĂŒrden junge MĂ€nner zeigen,
dass Gottes Licht auch unter Heiden
heller strahlt als jede Macht,
die Menschen sich auf Erden machen.
So endete die schwere Zeit
der TempelschÀtze in Traurigkeit.
Doch Gottes Plan ging weiter fort,
geleitet durch sein ewiges Wort.
Und Babylon sollte bald erkennen,
wen Himmel und Erde wirklich nennen:
Den Höchsten, der ĂŒber Könige wacht
und alle Reiche unter sich hat.
