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31.Mai 2024
TÄGLICHES BIBELLESEN – Hosea Kap.7
1Wenn ich Israel heilen will, so findet sich erst die Sünde Ephraims und die Bosheit Samarias, wie sie Lügen treiben und Diebe einsteigen und Räuber draußen plündern; 
2dennoch wollen sie nicht merken, daß ich alle ihre Bosheit merke. Ich sehe aber ihr Wesen wohl, das sie allenthalben treiben. 
3Sie vertrösten den König durch ihre Bosheit und die Fürsten durch ihre Lügen; 
4und sind allesamt Ehebrecher gleichwie ein Backofen, den der Bäcker heizt, wenn er hat ausgeknetet und läßt den Teig durchsäuern und aufgehen. 
5Heute ist unsers Königs Fest [sprechen sie], da fangen die Fürsten an, vom Wein toll zu werden; so zieht er die Spötter zu sich. 
6Denn ihr Herz ist in heißer Andacht wie ein Backofen, wenn sie opfern und die Leute betrügen; ihr Bäcker schläft die ganze Nacht, und des Morgens brennt er lichterloh. 
7Allesamt sind sie so heißer Andacht wie ein Backofen, also daß ihre Richter aufgefressen werden und alle ihre Könige fallen; und ist keiner unter ihnen, der mich anrufe.
Ankündigung der Strafe.
8Ephraim mengt sich unter die Völker; Ephraim ist wie ein Kuchen, den niemand umwendet. 
9Fremde fressen seine Kraft, doch will er’s nicht merken; er hat auch graue Haare gekriegt, doch will er’s nicht merken. 
10Und die Hoffart Israels zeugt wider sie ins Angesicht; dennoch bekehren sie sich nicht zum Herrn, ihrem Gott, fragen auch nicht nach ihm in diesem allem. 
11Denn Ephraim ist wie eine verlockte Taube, die nichts merken will. Jetzt rufen sie Ägypten an, dann laufen sie zu Assur. 
12Aber indem sie hin und her laufen, will ich mein Netz über sie werfen und sie herunterholen wie die Vögel unter dem Himmel; ich will sie strafen, wie man predigt in ihrer Versammlung. 
13Weh ihnen, daß sie von mir weichen! Sie müssen verstört werden; denn sie sind von mir abtrünnig geworden! Ich wollte sie wohl erlösen, wenn sie nicht wider mich Lügen lehrten. 
14So rufen sie mich auch nicht an von Herzen, sondern heulen auf ihren Lagern. Sie versammeln sich um Korns und Mosts willen und sind mir ungehorsam. 
15Ich lehre sie und stärke ihren Arm; aber sie denken Böses von mir. 
16Sie bekehren sich, aber nicht recht, sondern sind wie ein falscher Bogen. Darum werden ihre Fürsten durchs Schwert fallen; ihr Drohen soll in Ägyptenland zum Spott werden.
Luther 1912Public Domain

 

Kommentar
Hosea Kapitel 7 malt ein düsteres Bild der moralischen und spirituellen Verfallenheit Israels. Trotz des Wunsches Gottes, das Volk zu heilen und zu erretten, findet sich überall Sünde und Bosheit. Die Menschen gehen ihren eigenen Weg, ohne zu erkennen, dass Gott ihre Taten sieht und kennt.
Die Beschreibung des Volkes als Ehebrecher und ihre Vergleiche mit einem Backofen veranschaulichen ihre hitzige Gier und ihr verführerisches Verhalten. Anstatt Gott anzurufen, betrinken sich die Führer des Volkes und suchen ihre Befriedigung in weltlichen Genüssen.
Ephraim wird als ein ungedrehter Kuchen beschrieben, der von Fremden aufgefressen wird, während er seine eigene Schwäche nicht erkennt. Trotz der offensichtlichen Anzeichen des Verfalls und der Bosheit des Volkes kehren sie sich nicht zu Gott zurück, sondern suchen Hilfe bei anderen Nationen wie Ägypten und Assur.
Gott klagt das Volk an, weil sie von ihm abgewichen sind und sich anderen Göttern zugewandt haben. Er hatte gehofft, sie zu erlösen, aber sie lehrten Lügen und kehrten ihm nicht von Herzen zurück. Ihre vergeblichen Bemühungen um Umkehr und ihre Ungehorsamkeit führen nur zu weiterem Unheil und Verderben.
Letztendlich wird die Unaufrichtigkeit ihres Bekenntnisses und ihrer Umkehr deutlich, da sie wie ein falscher Bogen sind, unfähig, das Ziel der Gerechtigkeit und Treue zu treffen. Ihre Fürsten werden durch das Schwert fallen, und ihre vergeblichen Drohungen werden zum Spott in Ägyptenland. Hosea Kapitel 7 ist somit eine ernste Warnung vor den Folgen der Sünde und des Ungehorsams gegenüber Gott.

 

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.32 – Der Hauptmann
Auf der Grundlage von Matthäus 8,5-13; Lukas 7,1-17.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Dieses Kapitel über den Hauptmann und die Auferweckung des Jünglings in Nain ist eine eindrucksvolle Darstellung des Glaubens und der Macht Jesu Christi. Der Hauptmann, ein Mann von außergewöhnlichem Glauben und Demut, erkannte die Autorität und Macht Jesu, auch ohne ihn persönlich zu sehen. Sein Vertrauen war so stark, dass er glaubte, Jesus müsse nur ein Wort sprechen, um seinen Knecht zu heilen.
Die Demut und das Vertrauen des Hauptmanns stehen im Kontrast zur Arroganz und Ungläubigkeit der jüdischen Ältesten. Sie erkannten nicht die Wahrheit und die Macht Jesu, sondern baten um seine Gunst aufgrund ihrer nationalen Zugehörigkeit. Der Hauptmann hingegen erkannte seine eigene Unwürdigkeit, wagte es aber dennoch, Jesus um Hilfe zu bitten.
Jesus bewunderte den Glauben des Hauptmanns und erfüllte seinen Wunsch. Er lobte den außergewöhnlichen Glauben des Hauptmanns und heilte seinen Knecht, ohne ihn persönlich zu sehen. Diese Begebenheit zeigt, dass der Glaube an Jesus Christus keine Grenzen kennt und dass er auch diejenigen segnet, die fern von ihm leben.
Die Auferweckung des Jünglings in Nain ist ein weiteres Beispiel für Jesu Macht über Leben und Tod. Seine Worte brachten den Toten zurück ins Leben und erfüllten die trauernde Mutter mit Freude. Diese Ereignisse offenbarten die unendliche Güte und Fürsorge Jesu für die Leidenden und Bedürftigen.
Heute, genauso wie damals, können wir uns auf Jesus verlassen, um uns in unseren schwersten Stunden zu trösten und zu stärken. Sein Wort ist lebendig und wirksam, und sein Geist wohnt in denen, die an ihn glauben. Mögen wir wie der Hauptmann demütig und voller Vertrauen vor Jesus treten, denn seine Macht und Liebe kennen keine Grenzen.

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.33 – Wer sind meine Brüder?
Auf der Grundlage von Matthäus 12,22-50; Markus 3,20-35.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Dieses Kapitel aus „Das Leben Jesu“ von Ellen White beleuchtet einfühlsam die Herausforderungen und Missverständnisse, denen Jesus während seines irdischen Lebens ausgesetzt war, besonders in Bezug auf seine eigenen Verwandten. Es zeigt auf, wie selbst seine Brüder Schwierigkeiten hatten, sein göttliches Wirken zu verstehen, und wie ihr Unglaube seine Mission belastete.
Ein zentrales Thema dieses Abschnitts ist die Bedeutung des Glaubens an Christus und die Notwendigkeit, sich ihm ganz hinzugeben. Die Ablehnung des Heiligen Geistes wird als eine schwerwiegende Sünde dargestellt, die den Zugang zur göttlichen Vergebung verwehrt. Die Warnung vor unnützen Worten und der Verdammung derer, die den Willen Gottes missachten, stehen im Mittelpunkt dieser Lehre.
Durch das Beispiel von Jesu eigener Familie und ihrer anfänglichen Unfähigkeit, sein Werk zu erkennen, erinnert uns dieses Kapitel daran, dass Glaube über familiäre Bindungen hinausgeht. Christus betont die geistliche Verwandtschaft derer, die seinen Willen tun, und die enge Beziehung, die sie mit ihm haben.
Insgesamt unterstreicht dieses Kapitel die Bedeutung von Glauben, Gehorsam und Hingabe im Leben eines Christen sowie die Tragödie der Ablehnung des göttlichen Lichts. Es erinnert daran, dass das Vertrauen auf Christus und die Annahme seiner Erlösung uns zu einem Teil seiner himmlischen Familie machen und uns zu einem Leben in Gemeinschaft mit ihm führen können.