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Die Quelle aller Gesetze | 9.06.2024
Die Göttliche Hand in der Natur: Eine Lektion für das Leben
Einleitung: In der Schöpfung spiegelt sich die göttliche Ordnung wider, während die Natur selbst von der Existenz Gottes zeugt. Die unendliche Macht zeigt sich in den Wundern des Universums, und selbst die sensibelste Seele kann nicht anders, als die göttliche Führung zu erkennen. Vom kleinsten Insekt bis zu den entferntesten Galaxien wirkt dieselbe unsichtbare Hand, die das Universum lenkt. Diese göttliche Macht manifestiert sich nicht nur in der Natur, sondern auch im Menschen, der den gleichen majestätischen Gesetzen unterliegt wie die Sterne am Himmel und die Atome. Das Verständnis dieser Prinzipien ist von entscheidender Bedeutung, da es die gesamte Existenz in Harmonie mit dem göttlichen Willen bringt und die Unvermeidlichkeit der Konsequenzen bei der Missachtung dieser Gesetze verdeutlicht.

„Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich rede ich davon.“ Psalm 119,97

Das Abbild der Göttlichkeit ist in allem Geschaffenen zu sehen. Die Natur bezeugt Gott. Wenn der Geist mit dem Wunder und dem Geheimnis des Universums in Berührung kommt, kann er nur die Hand der unendlichen Macht erkennen. Nicht durch ihre eigene Kraft gibt die Erde ihre Güter und setzt ihre jährliche Bewegung um die Sonne fort. Eine unsichtbare Hand lenkt die Planeten in ihrer himmlischen Umlaufbahn. Ein geheimnisvolles Leben durchdringt die gesamte Natur, ein Leben, das die unzähligen Welten im unermesslichen Raum unterstützt, das in der winzigen Insekten getragen von der Sommerbrise existiert, das den Flug der Schwalbe belebt und die jungen Krähen füttert, das den Knospen Leben einhaucht und die Blume in Frucht verwandelt.
Die gleiche Kraft, die die Natur unterstützt, wirkt auch im Menschen. Die gleichen erhabenen Gesetze, die sowohl den Stern als auch das Atom lenken, kontrollieren auch das Leben des Menschen. Die Gesetze, die die Funktion des Herzens regieren, die den Fluss des Lebens in unserem Körper regulieren, sind die Gesetze der allmächtigen Intelligenz, die Autorität über die Seele des Menschen hat. Das Leben aller Dinge stammt von ihm, ein Leben, das nur in Harmonie mit ihm seine wahre Sphäre erreichen kann. Die gesamte Schöpfung teilt denselben existenziellen Zustand – das Leben wird empfangen, indem man das Leben Gottes annimmt und im Einklang mit dem Willen des Schöpfers lebt. Das Übertreten seiner Gesetze, sei es im physischen, geistigen oder moralischen Bereich, bedeutet in Disharmonie mit dem Universum zu sein, es bedeutet eine offene Tür für Zwietracht, Anarchie und Verfall. Für denjenigen, der lernt, seine Lehren zu interpretieren, wird die ganze Natur mit Licht erfüllt; die Welt ist das Lehrbuch und das Leben ist die Schule. Die Einheit zwischen Mensch, Natur und Gott, die universelle Herrschaft des göttlichen Gesetzes und die Folgen seiner Verletzung können den Geist nicht beeindrucken und den Charakter nicht formen.
Dies sind die Lektionen, die unsere Kinder lernen müssen. Für das kleine Kind, das noch nicht aus Büchern lernen oder sich an die Disziplin im Klassenzimmer gewöhnen kann, erscheint die Natur als unerschöpfliche Quelle des Lernens und der Freude. Das Herz, das noch nicht durch den Kontakt mit dem Bösen verhärtet wurde, kann schnell die Gegenwart erkennen, die die gesamte Schöpfung durchdringt. Das Ohr, das noch nicht vom Lärm der Welt taub gemacht wurde, hört auf die Stimme, die durch die Flüstern der Natur spricht.
Ellen White, Erziehung , S.99-100