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Lektion 4.Der Herr hört und errettet
Gottes Macht und Fürsorge: Gehört und Gerettet – Eine Analyse der Psalmen in Lektion 4
In der vierten Lektion erkunden wir die Psalmen als kraftvolle Ausdrucksformen der Anbetung, des Gebets und der Beziehung zu Gott. Die Psalmen bieten eine reiche Palette von Emotionen und Erfahrungen, die von tiefster Verzweiflung bis zu jubelndem Lob reichen. Wir werden die verschiedenen Typen von Psalmen betrachten, ihre Struktur und Bedeutung erforschen sowie verstehen, wie sie unser Verständnis von Gottes Charakter und seiner Fürsorge für uns formen. Tauchen wir ein in die reiche Welt der Psalmen und lassen uns von ihrer zeitlosen Weisheit inspirieren.

4.1 Es war dir mein Gebein nicht verborgen
Gottes Allwissenheit und Umarmung: Erhellende Einblicke aus Psalm 139
Lies Psalm 139,1–18. Wie wird dort Gottes Macht (V. 1–6), Gegenwart (V. 7–12) und Güte (V. 13–19) poetisch beschrieben? Was sagt Gottes Größe über seine Verheißungen?
Psalm 139,1-18:
1 EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN. HERR, du erforschest mich und kennest mich.
2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -,
12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde.
16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.
17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!
18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.     
Lutherbibel 1912
Psalm 139,1–18 ist ein kraftvoller Ausdruck der poetischen Beschreibung von Gottes Macht, Gegenwart und Güte.
Gottes Macht (Verse 1–6):
Der Psalm beginnt mit der Anerkennung der umfassenden Kenntnis Gottes über den Psalmisten. Gott weiß um jeden Gedanken und jedes Wort, noch bevor sie ausgesprochen werden. Dies wird poetisch als göttliche Macht dargestellt, die über Raum und Zeit hinausgeht. Die Worte „Du erforschest mich“ und „Du kennst meine Lage“ unterstreichen Gottes allumfassende Macht und Weisheit.
Gottes Gegenwart (Verse 7–12):
Der Psalm setzt fort, Gottes Gegenwart als allgegenwärtig zu beschreiben. Es heißt, dass selbst wenn der Psalmist an die äußersten Orte geht, selbst in die Finsternis oder das Grab (Scheol), Gott dort ist. Die Metaphern von Flügeln der Morgenröte und den äußersten Enden des Meeres verdeutlichen, dass es keinen Ort gibt, der außerhalb von Gottes Reichweite liegt. Diese poetische Darstellung betont die Nähe Gottes zu den Menschen, ungeachtet der räumlichen oder geografischen Grenzen.
Gottes Güte (Verse 13–19):
Die Güte Gottes wird in der Schöpfung und Formung des Menschen im Mutterleib hervorgehoben. Der Psalmist preist Gottes erstaunliche Fähigkeit, den Menschen einzigartig zu kennen und zu formen. Die Worte „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin“ drücken Dankbarkeit und Bewunderung für Gottes Güte aus. Die Gewissheit, dass Gott den Psalmisten in allen Facetten kennt und liebt, führt zu einem tiefen Vertrauen und Jubel.
Gottes Größe und Verheißungen:
Die Größe Gottes, die sich in Seiner Macht, Gegenwart und Güte manifestiert, gibt den Verheißungen Gottes Gewicht und Tiefe. Die Gewissheit, dass Gott jeden Aspekt unseres Lebens kennt und über Raum und Zeit hinaus mächtig ist, stärkt die Zuversicht in Gottes Verheißungen der Hilfe und Befreiung. Die enge Beziehung zu Gott wird durch die Erkenntnis seiner umfassenden Kenntnis und Sorge für uns vertieft, was den Glauben an seine Verheißungen festigt.
Der Psalmist erkennt in der Größe Gottes nicht nur eine majestätische Wirklichkeit, sondern auch eine Quelle der Hoffnung und des Trostes, die durch die Verheißungen Gottes gestärkt wird.
Manche mögen die Tatsache, dass Gott so viel über sie weiß – sogar ihre dunkelsten Geheimnisse –, als einen eher beängstigenden Gedanken empfinden. Warum ist dann das Evangelium unsere einzige Hoffnung?
Die Tatsache, dass Gott alles über uns weiß, einschließlich unserer dunkelsten Geheimnisse, kann für einige Menschen beängstigend sein, wenn sie mit einem Gefühl der Scham, Schuld oder Angst vor Strafe verbunden ist. In dieser Hinsicht kann das Evangelium, die frohe Botschaft von Jesus Christus, als unsere einzige Hoffnung erscheinen. Hier sind einige Gründe, warum das Evangelium eine Quelle der Hoffnung inmitten dieser Erkenntnis ist:
  1. Gottes Liebe und Vergebung:
    Das Evangelium verkündet die Liebe Gottes zu den Menschen trotz ihrer Sünden. Jesus Christus kam, um die Menschheit zu retten, indem er am Kreuz für die Sünden starb. Durch den Glauben an Ihn und die Annahme Seiner Vergebung können Menschen eine Beziehung zu Gott haben. Das Evangelium lehrt, dass Gottes Liebe und Vergebung größer sind als jede Sünde, und es bietet Hoffnung auf einen Neuanfang.
  2. Erlösung und Befreiung:
    Das Evangelium beinhaltet die Botschaft der Erlösung und Befreiung von der Macht der Sünde. Jesus Christus bietet die Möglichkeit der inneren Transformation an, indem Er Menschen von der Sklaverei der Sünde befreit. Durch den Glauben an Ihn können Menschen eine neue Identität in Christus finden und ein Leben führen, das von Gottes Gnade und Kraft geprägt ist.
  3. Gnade und Akzeptanz:
    Das Evangelium betont die bedingungslose Gnade Gottes. Es lehrt, dass die Annahme durch Gott nicht auf unseren eigenen Leistungen beruht, sondern auf Seiner Gnade. Dies bringt eine tiefe Gewissheit der Akzeptanz mit sich, selbst inmitten unserer Unvollkommenheit und Schwächen.
  4. Hoffnung auf ewiges Leben:
    Das Evangelium bietet die Hoffnung auf ewiges Leben durch die Auferstehung Christi. Es verspricht, dass diejenigen, die an Jesus glauben, ewiges Leben bei Gott haben werden. Diese Perspektive überwindet die Begrenzungen dieser gegenwärtigen Welt und gibt eine hoffnungsvolle Aussicht auf die Ewigkeit.
  5. Beziehung zu Gott:
    Das Evangelium bietet die Möglichkeit einer persönlichen Beziehung zu Gott. Durch Jesus Christus haben Menschen Zugang zu Gott als ihrem himmlischen Vater. Diese Beziehung bietet Trost, Führung und die Gewissheit, dass Gott, der alles über uns weiß, uns liebevoll annimmt.
Insgesamt ist das Evangelium die Quelle unserer Hoffnung, weil es uns eine positive Antwort auf die beängstigende Erkenntnis unserer Sündhaftigkeit gibt. Es bietet einen Weg zur Vergebung, zur Veränderung und zur Gemeinschaft mit einem liebenden Gott, der uns trotz unserer Fehler annimmt.

Die Verbindung zwischen Psalm 139 und unserem Alltagsleben als Gläubige liegt in der poetischen Beschreibung von Gottes Macht, Gegenwart und Güte sowie in der Betonung der Hoffnung, die das Evangelium inmitten der Erkenntnis unserer Sündhaftigkeit bietet.
  1. Gottes Macht, Gegenwart und Güte: Der Psalm beschreibt auf poetische Weise Gottes umfassende Kenntnis, seine allgegenwärtige Gegenwart und seine liebevolle Schöpfung und Formung des Menschen. Diese Beschreibungen erinnern uns daran, dass Gott in jedem Aspekt unseres Lebens involviert ist und uns mit unermesslicher Liebe und Fürsorge umgibt.
  2. Hoffnung durch das Evangelium: Das Evangelium ist unsere einzige Hoffnung, weil es die frohe Botschaft von Gottes Liebe, Vergebung, Erlösung und der Hoffnung auf ewiges Leben durch Jesus Christus verkündet. Trotz unserer Sündhaftigkeit und der beängstigenden Erkenntnis, dass Gott alles über uns weiß, bietet das Evangelium eine Quelle der Hoffnung und des Trostes. Es versichert uns, dass Gottes Liebe größer ist als unsere Sünden und dass wir durch Jesus Christus eine persönliche Beziehung zu Gott haben können.
In unserem Alltagsleben können wir uns auf die Wahrheiten aus Psalm 139 und das Evangelium stützen, um Trost, Hoffnung und Sicherheit zu finden. Indem wir uns bewusst sind, dass Gott uns kennt, liebt und umsorgt, können wir unsere Beziehung zu ihm vertiefen und in Zeiten der Not auf seine Macht, Gegenwart und Güte vertrauen.