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9.2 Die Unveränderbarkeit des Gesetzes Gottes
Die Ewige Gültigkeit von Gottes Gesetz im Christlichen Glauben
Lies Matthäus 5,17–18; Psalm 111,7–8; Prediger 12,13–14; 1. Johannes 5,3 und Sprüche 28,9. Was lehren diese Verse über die Beziehung des Christen zum Gesetz?
Die genannten Verse geben einen klaren Einblick in die Beziehung des Christen zum Gesetz Gottes:
  1. Matthäus 5,17–18: Jesus erklärt, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz oder die Propheten abzuschaffen, sondern um sie zu erfüllen. Das Gesetz bleibt gültig, bis alles erfüllt ist.
  2. Psalm 111,7–8: Der Psalmist bezeugt die Unveränderlichkeit und Ewigkeit des Gesetzes Gottes. Seine Gebote sind fest und beständig.
  3. Prediger 12,13–14: Die Furcht vor Gott und die Befolgung seiner Gebote werden als die Pflicht des Menschen betrachtet, da Gott jedes Werk ins Gericht bringen wird, ob es gut oder böse ist.
  4. Johannes 5,3: Die Liebe zu Gott wird durch die Befolgung seiner Gebote bewiesen. Seine Gebote sind nicht schwer zu halten, wenn man Gott liebt.
  5. Sprüche 28,9: Gott hört nicht auf das Gebet derer, die sein Gesetz missachten.
Diese Verse lehren, dass das Gesetz Gottes, insbesondere das moralische Gesetz, unveränderlich, ewig und verbindlich ist. Es ist eine Quelle der Weisheit und Führung für das Leben der Gläubigen. Die Siebenten-Tags-Adventisten und die protestantischen Reformatoren betonen die Bedeutung der Einhaltung des Gesetzes Gottes, insbesondere der Zehn Gebote, als Ausdruck der Liebe zu Gott und zur Bewahrung der moralischen Ordnung in der Gesellschaft.
Vergleiche 2. Mose 34,5–7 mit Römer 7,11–12; Psalm 19,8–12; 89,15 und 119,142.172. Was sagen uns diese Verse über die Beziehung ­zwischen Gottes Gesetz und Gottes Charakter?
Die genannten Verse bieten Einblicke in die Beziehung zwischen Gottes Gesetz und seinem Charakter:
  1. Mose 34,5–7: Hier offenbart Gott selbst seine Eigenschaften, indem er sich als barmherzig, gnädig, geduldig, voller Güte und Wahrheit beschreibt. Gleichzeitig erklärt er, dass er die Schuldigen nicht für unschuldig halten wird und dass er die Sünden der Väter an den Kindern bis in die dritte und vierte Generation heimsucht. Diese Eigenschaften Gottes spiegeln sich in seinem Gesetz wider.
  2. Römer 7,11–12: Das Gesetz Gottes wird als heilig, gerecht und gut beschrieben. Es verdeutlicht, dass das Gesetz an sich nicht die Ursache der Sünde ist, sondern die Sünde nutzt, um durch das Gesetz offenbart zu werden.
  3. Psalm 19,8–12: Der Psalmist preist die Vollkommenheit des Gesetzes Gottes und seine Fähigkeit, die Seele zu erquicken, die Augen zu erleuchten und Weisheit zu verleihen. Er betont auch die Notwendigkeit, sich vor den verborgenen Fehlern zu hüten und von vorsätzlichen Sünden rein zu bleiben.
  4. Psalm 89,15: Hier wird Gott als gerecht und treu beschrieben, wobei Gerechtigkeit und Recht das Fundament seines Thrones sind. Diese Charaktereigenschaften spiegeln sich in seinem Gesetz wider, das die Grundlage für seine Herrschaft und seine Beziehung zu seinem Volk bildet.
  5. Psalm 119,142.172: Das Gesetz Gottes wird als ewig, wahrhaftig und gerecht gepriesen. Es ist Ausdruck seines Charakters und seiner Treue. Diejenigen, die sein Gesetz lieben und danach leben, erfahren Freude und Segen in ihrem Leben.
Diese Verse zeigen deutlich, dass das Gesetz Gottes nicht nur eine Liste von Geboten ist, sondern ein Ausdruck seines Charakters und seiner Wesenszüge. Es ist die Grundlage seiner Herrschaft und Beziehung zu seinem Volk. Daher ist die Beachtung und Einhaltung seines Gesetzes für Gläubige von entscheidender Bedeutung, da es eine direkte Offenbarung seines göttlichen Wesens ist.
Mit welchen Begründungen wird oft argumentiert, dass wir nicht mehr verpflichtet seien, die Zehn Gebote zu halten? Was steckt deiner Meinung nach dahinter?
Es gibt verschiedene Argumente, die verwendet werden, um zu behaupten, dass wir nicht mehr verpflichtet sind, die Zehn Gebote zu halten:
  1. Gesetzesaufhebung durch das Neue Testament: Einige argumentieren, dass das Neue Testament, insbesondere die Lehren Jesu, bestimmte Gesetze des Alten Testaments, einschließlich der Zehn Gebote, aufgehoben hat. Sie betonen, dass die Liebe zu Gott und den Mitmenschen die Erfüllung des Gesetzes ist und dass die Christen unter der Gnade und nicht unter dem Gesetz stehen.
  2. Erfüllung in Christus: Ein weiteres Argument ist, dass Jesus Christus die Zehn Gebote erfüllt hat und dass sie somit nicht mehr auf die Gläubigen anwendbar sind. Sie sehen in Christus die Erfüllung des Gesetzes und argumentieren, dass die Gläubigen durch ihren Glauben an ihn von der Verpflichtung des Gesetzes befreit sind.
  3. Kulturelle Veränderungen: Einige behaupten, dass die Zehn Gebote in einer bestimmten kulturellen und historischen Kontext verfasst wurden und daher nicht mehr auf unsere moderne Gesellschaft anwendbar sind. Sie argumentieren, dass sich die moralischen Standards im Laufe der Zeit geändert haben und dass wir uns daher nicht mehr an die Gebote des Alten Testaments halten müssen.
  4. Betonung der Gnade: Manche argumentieren, dass die Betonung der Gnade und des Glaubens an Christus bedeutet, dass die Gläubigen nicht mehr unter dem Gesetz stehen, sondern unter der Gnade, und dass sie daher von der Einhaltung der Zehn Gebote befreit sind.
Doch hinter diesen Argumenten steht oft eine theologische Interpretation, die darauf abzielt, die Bedeutung und Rolle der Zehn Gebote im christlichen Leben zu relativieren oder zu minimieren. Einige sehen sie als Einschränkung der Freiheit und der Gnade in Christus, während andere argumentieren, dass die Moralität nicht an Gebote gebunden sein sollte, sondern aus einem inneren Gefühl der Liebe und des Mitgefühls kommen sollte. Letztendlich hängt die Perspektive auf die Zehn Gebote stark von der theologischen Ausrichtung und Interpretation der Bibel ab.

Die Beziehung zwischen dem Gesetz Gottes und dem Alltagsleben sowie dem Glauben ist tiefgreifend und von entscheidender Bedeutung für das spirituelle Leben eines Gläubigen:
  1. Orientierung und Leitfaden: Das Gesetz Gottes dient als Orientierung und Leitfaden für das tägliche Leben eines Gläubigen. Es bietet klare Richtlinien und Prinzipien für moralisches Verhalten, zwischenmenschliche Beziehungen und den Umgang mit Gott.
  2. Heiligung und Wachstum: Durch die Einhaltung des Gesetzes Gottes strebt der Gläubige nach Heiligung und spirituellem Wachstum. Die Befolgung der Gebote Gottes hilft dabei, Charaktereigenschaften wie Liebe, Geduld, Treue und Barmherzigkeit zu entwickeln.
  3. Beziehung zu Gott: Die Einhaltung des Gesetzes ist Ausdruck der Liebe zu Gott. Indem man seine Gebote befolgt, zeigt man seine Hingabe und Treue zu ihm. Das Gesetz fördert eine tiefe und vertrauensvolle Beziehung zu Gott, indem es den Gläubigen dazu ermutigt, seinem Willen zu gehorchen.
  4. Gemeinschaft und Ethik: Das Gesetz Gottes bildet die Grundlage für ethisches Verhalten und eine gerechte Gesellschaft. Die Einhaltung der Gebote fördert eine harmonische Gemeinschaft, in der Liebe, Respekt und Gerechtigkeit herrschen.
  5. Gnade und Vergebung: Obwohl das Gesetz Gottes Forderungen an den Gläubigen stellt, betont es auch die Notwendigkeit der Gnade und Vergebung. Wenn wir das Gesetz brechen, können wir durch Gottes Gnade und Vergebung wiederhergestellt werden, was zu einem tieferen Verständnis seiner Barmherzigkeit führt.
Letztendlich ist die Einhaltung des Gesetzes Gottes nicht nur eine äußere Pflicht, sondern ein Ausdruck des Glaubens und der Liebe zu Gott. Es berührt alle Aspekte des täglichen Lebens und formt die Identität eines Gläubigen als Jünger Christi.

Gottes Gesetz ist ein Spiegel seines Charakters und eine Quelle der Weisheit für unser Leben.