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8.4 Die Täuschung des bösen Weges
Schutz vor den Verlockungen des Bösen: Ein Gebet nach Psalm 141
Lies Psalm 141. Wofür betet der Psalmist?
Psalm 141 ist ein eindringliches Gebet um Schutz vor inneren und äußeren Versuchungen. Der Psalmist sieht sich nicht nur den Machenschaften der Bösen ausgesetzt (Psalm 141,9–10), sondern er spürt auch die Versuchung, sich so zu verhalten wie sie. Der erste Angriffspunkt ist die Kontrolle über die eigene Sprache, und der Psalmist fleht darum, dass der Herr die Tür seiner Lippen bewachen möge (Vers 3, Einheitsübersetzung). Dieses Bild verweist auf die Bewachung der Stadttore, die in biblischen Zeiten die Stadt vor Eindringlingen schützten.
Die Versuchung liegt auch darin, ob das Kind Gottes dem Rat der Gerechten folgt oder sich von den Verlockungen der Bösen mitreißen lässt (Verse 4–5). Der Psalmist beschreibt sein Herz als den Hauptkampfplatz, denn dort findet der eigentliche Kampf statt. Nur durch anhaltendes Gebet, das von vollkommenem Vertrauen und Hingabe an Gott geprägt ist, kann das Kind Gottes vor der Versuchung bewahrt werden (Verse 1–2).
Psalm 141 erinnert uns daran, dass Gläubige sich einem fortwährenden geistlichen Kampf gegenübersehen, sowohl innerlich als auch äußerlich. Er unterstreicht die Bedeutung, Gottes Schutz und Führung angesichts der Versuchung zu suchen, sowie die Notwendigkeit, Selbstkontrolle und Wachsamkeit in unseren Worten und Handlungen zu bewahren. Letztendlich ist es durch das Vertrauen auf Gott und anhaltendes Gebet, dass wir den Verlockungen der Sünde widerstehen können und in unserem Glauben standhaft bleiben.
Lies Psalm 1,1 und 141,4. Wie wird hier der fortschreitende und ­listige Charakter der Versuchung dargestellt?
Psalm 141,4 und Psalm 1,1 bieten einen Einblick in den fortschreitenden und listigen Charakter der Versuchung. In Psalm 141,4 wird der fortschreitende Charakter der Versuchung hervorgehoben. Zuerst neigt sich das Herz dem Bösen zu, dann führt es böse Taten aus, und schließlich genießt es die Verlockungen der Bösen, indem es ihre bösen Taten als erstrebenswert ansieht. Die Sprache im Hebräischen betont den sich wiederholenden Charakter dieser Handlung, was verdeutlicht, wie die Versuchung allmählich an Kraft gewinnt und das Herz des Menschen verführt.
Ebenso wird in Psalm 1,1 die fortschreitende Natur der Versuchung dargestellt. Sie beginnt damit, dass jemand sich mit den Gottlosen einlässt, dann auf den Pfad der Sünder gerät und schließlich in der Gesellschaft der Spötter Platz nimmt. Die schrittweise Entwicklung von der Gesellschaft der Gottlosen bis hin zur aktiven Teilnahme an ihren Taten verdeutlicht, wie die Versuchung subtil und verführerisch ist und uns dazu bringen kann, uns von Gottes Weg abzuwenden.
Diese Psalmen betonen die Wichtigkeit, sich der fortschreitenden Natur der Versuchung bewusst zu sein und darauf zu achten, nicht in ihre Falle zu geraten. Sie erinnern uns daran, dass wir nur durch eine vollständige Abhängigkeit von Gott und die Weisheit, die er uns schenkt, dem Einfluss der Versuchung widerstehen können. Darüber hinaus betonen sie die Bedeutung der Worte, die wir inmitten der Versuchung sprechen, und der Stimmen, denen wir Gehör schenken.
Es ist wichtig zu erkennen, dass die endgültige Rechtfertigung der Kinder Gottes noch in der Zukunft liegt, wie in beiden Psalmen angedeutet wird. Daher sind die Gläubigen aufgerufen, geduldig auf Gott zu vertrauen und auf seine Weisheit zu warten, während sie sich gegen die Verlockungen der Versuchung behaupten.

Die Texte aus Psalm 141 und Psalm 1 bieten uns eine tiefe Einsicht in den fortlaufenden und listigen Charakter der Versuchung, der sich auch in unserem täglichen Leben im Glauben manifestiert.
  1. Bewusstsein für Versuchungen: Die Psalmen erinnern uns daran, dass wir uns einem ständigen geistlichen Kampf gegenübersehen, der sowohl von innen als auch von außen auf uns einwirkt. Es ist wichtig, dass wir uns dieser Tatsache bewusst sind und wachsam bleiben, um den Versuchungen zu widerstehen, die uns von Gottes Weg abbringen könnten.
  2. Selbstkontrolle und Wachsamkeit: Unsere Worte, Gedanken und Handlungen stehen ständig unter der Einflussnahme der Versuchung. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir Selbstkontrolle und Wachsamkeit ausüben, um den Lockungen der Sünde zu widerstehen. Indem wir uns auf Gott verlassen und uns seiner Führung hingeben, können wir die Versuchung bekämpfen und in unserem Glauben standhaft bleiben.
  3. Gemeinschaft und Unterstützung: Wir brauchen die Unterstützung und Ermutigung unserer Glaubensgemeinschaft, um uns gegen die Versuchungen zu behaupten. Durch gemeinsames Gebet, Bibellesen und gegenseitige Ermutigung können wir gestärkt werden, um den Versuchungen des bösen Weges zu widerstehen und auf dem Weg der Gerechtigkeit zu bleiben.
  4. Vertrauen auf Gott: Letztendlich müssen wir unserem Vertrauen auf Gott vertrauen und geduldig auf seine Weisheit warten, während wir uns den Versuchungen entgegenstellen. Gott ist unsere Zuflucht und unser starker Halt inmitten der Versuchung, und durch unsere Abhängigkeit von ihm können wir den listigen Angriffen des Feindes widerstehen.
Insgesamt zeigen uns diese Psalmen, dass der fortlaufende und listige Charakter der Versuchung auch in unserem täglichen Leben im Glauben präsent ist. Doch durch Selbstkontrolle, Wachsamkeit, Gemeinschaft und vor allem durch unser Vertrauen auf Gott können wir den Versuchungen widerstehen und in unserem Glauben standhaft bleiben.