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Lektion 2.Lehre uns beten
Lektion 2 widmet sich dem tieferen Verständnis und der Anwendung der Psalmen in unserem täglichen Glaubensleben. Diese Lektion ermutigt dazu, die Vielfalt der Psalmen zu nutzen, um in verschiedenen Lebensphasen Trost, Anleitung und Inspiration zu finden. Durch das Lesen, Nachdenken und Beten der Psalmen werden Gläubige ermutigt, ihre eigene Situation vor Gott zu bringen und die zeitlose Relevanz dieser biblischen Texte für ihr persönliches Wachstum im Glauben zu erkennen. Die Lektion betont auch die Bedeutung eines christozentrischen Ansatzes und der Fürbitte für andere, um eine tiefere Verbindung mit Gott und der Glaubensgemeinschaft zu fördern.

2.1 Den Gebrauch von Psalmen im Gebet fördern

Lies Psalm 105,5; Kolosser 3,16 und Jakobus 5,13. Welchen Platz ­nehmen die Psalmen im Anbetungserleben der Gläubigen ein?

Psalm 105,5:
5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
Kolosser 3,16:
16 Lasset das Wort Christi reichlich wohnen in euch: lehret und vermahnet euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet Gott dankbar in euren Herzen.
Jakobus 5,13:
13 Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.
Die Psalmen nehmen einen zentralen Platz im Anbetungserleben der Gläubigen ein, und sie werden in verschiedenen biblischen Texten als Instrumente des Lobpreises und der Spiritualität betont. Hier sind einige Gedanken zu den genannten Bibelstellen und zur Bedeutung der Psalmen in der Anbetung:
  1. Psalm 105,5: „Gedenket seiner Wunder, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes.“
Dieser Vers ermutigt dazu, sich an die Wunder und Taten Gottes zu erinnern. Die Psalmen sind voll von solchen Erinnerungen, in denen die Gläubigen Gottes Taten loben und sich an seine Treue erinnern. Im Anbetungserleben spielen die Psalmen eine wichtige Rolle, indem sie Gläubige dazu auffordern, Gottes Werke zu preisen und sich in Dankbarkeit zu erinnern.
  1. Kolosser 3,16: „Das Wort Christi wohne reichlich unter euch: lehrt und ermahnt euch selbst in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“
In diesem Vers wird die Bedeutung der Psalmen im Gemeinde leben betont. Die Gläubigen werden aufgefordert, sich gegenseitig mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern zu lehren und zu ermahnen. Die Psalmen dienen nicht nur der persönlichen Anbetung, sondern auch der gemeinsamen Anbetung in der Gemeinschaft.
  1. Jakobus 5,13: „Ist jemand unter euch in Leiden? Der bete. Ist jemand guten Mutes? Der singe Psalmen.“
Hier wird die Vielseitigkeit der Psalmen hervorgehoben. Sie sind nicht nur für Zeiten der Freude, sondern auch für Zeiten der Trauer und des Leidens geeignet. Die Psalmen bieten Ausdrucksmöglichkeiten für eine Vielzahl von Emotionen und Erfahrungen, und sie dienen als lebendige Gebetsvorlagen für Gläubige in verschiedenen Lebenssituationen.

Wie also sollen wir die Psalmen lesen?

  1. Lese den Psalm und denke in schlichter Weise darüber nach:
    1. Beginne mit einem ruhigen Lesen des Psalms. Nimm dir Zeit, die Worte auf dich wirken zu lassen, ohne überstürzt voranzugehen.
    2. Betone die Art und Weise, wie der Psalmist Gott anspricht. Achte auf die Sprache, den Ton und die Emotionen, die im Psalm zum Ausdruck kommen.
    3. Reflektiere über die verschiedenen Aspekte des Psalms, sei es Lobpreis, Dank, Klage, Reue oder Bitte.
  2. Bete:
    1. Verwende den Psalm als Ausgangspunkt für dein Gebet. Nutze die Worte des Psalmisten, um deine eigenen Gedanken und Gefühle vor Gott auszudrücken.
    2. Denke darüber nach, warum der Psalmist diese Worte gewählt hat, und wie sie auch deine Beziehung zu Gott widerspiegeln können.
    3. Betrachte die Gründe für das Gebet im Psalm und lass diese Aspekte in deine eigenen Gebete einfließen.
  3. Reflektiere über die Beziehung zwischen deiner Situation und dem Psalm:
    1. Überlege, wie deine gegenwärtige Lebenssituation mit den Erfahrungen des Psalmisten in Verbindung steht.
    2. Frage dich, wie der Psalm dir helfen könnte, deine eigenen Gedanken, Gefühle und Gebete zu formulieren.
    3. Achte darauf, wie die zeitlosen Themen im Psalm auch auf dein Leben anwendbar sind.
  4. Korrektur falscher Hoffnungen:
    1. Wenn der Psalm dich herausfordert, denke darüber nach, ob er falsche Hoffnungen oder Erwartungen in Bezug auf deine gegenwärtige Erfahrung korrigiert.
    2. Betrachte die Botschaft des Psalms im Licht der Person und des Erlösungswerks Christi. Berücksichtige die langfristige Hoffnung, die uns durch Christus gegeben ist.
  5. Suche nach neuen Motiven für das Gebet:
    1. Entdecke neue Motive für das Gebet, die der Psalm bietet. Beachte, wie der Psalm verschiedene Aspekte des Lebens und des Glaubens berührt.
    2. Denke über die Bedeutung dieser Motive für dich persönlich, deine Gemeinde und die Welt nach.
  6. Fürbitte:
    1. Wenn der Psalm auf die Situation einer Person, die du kennst, zutrifft, lege Fürbitte für diese Person ein. Nutze die Anliegen des Psalms als Grundlage für deine Gebete für andere.
Der Schlüssel liegt in der Tiefe der Reflexion und der Verbindung zwischen dem, was im Psalm ausgedrückt wird, und den eigenen Erfahrungen und Gebeten. Dieser Ansatz fördert eine aktive und persönliche Auseinandersetzung mit den Psalmen, was zu einer bereichernden spirituellen Erfahrung führen kann.

Was bedeutet „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“ (Kol 3,16)? Warum ist das Lesen der Bibel der erste und wichtigste Schritt für ­diese Erfahrung?

Die Aufforderung, das Wort Christi reichlich unter sich wohnen zu lassen, bedeutet, dass die Lehren und Wahrheiten, die in den Schriften des Neuen Testaments, insbesondere in den Worten und Taten Christi, enthalten sind, tief in das Leben und die Gemeinschaft der Gläubigen eindringen sollen. Hier sind einige Gründe, warum das Lesen der Bibel als erster und wichtigster Schritt für diese Erfahrung betrachtet wird:
  1. Offenbarung Gottes:
    • Die Bibel ist die göttliche Offenbarung, in der Gott sich den Menschen mitteilt. Durch das Lesen der Bibel erhalten Gläubige Einblick in Gottes Charakter, seinen Willen und seine Wege.
  2. Kenntnis von Christus:
    • Das Wort Christi bezieht sich speziell auf die Lehren und Persönlichkeit Jesu Christi. Durch das Lesen der Evangelien und anderer Schriften des Neuen Testaments erfahren Gläubige mehr über Jesus und seine Botschaft.
  3. Lehre und Ermahnung:
    • Der Vers fordert dazu auf, einander in aller Weisheit zu lehren und zu ermahnen. Das Lesen der Bibel ermöglicht es, geistliche Erkenntnis zu gewinnen, die dann in der Gemeinschaft geteilt werden kann. Die Bibel dient als Grundlage für die Lehre und Ermahnung unter den Gläubigen.
  4. Gemeinschaft im Lobpreis:
    • Der Vers betont auch die Bedeutung von Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern. Das Lesen der Bibel, insbesondere der Psalmen, inspiriert zum Lobpreis und ermöglicht es den Gläubigen, gemeinsam Gott dankbar anzubeten.
  5. Verinnerlichung und Transformation:
    • Das regelmäßige Lesen der Bibel führt dazu, dass Gottes Wort in den Herzen der Gläubigen wohnt. Es geht nicht nur um das passive Lesen, sondern um die Verinnerlichung und Anwendung der biblischen Prinzipien im täglichen Leben.
  6. Geistliche Wachstum:
    • Die Bibel ist ein Instrument des geistlichen Wachstums. Durch das Lesen und die Reflexion über die Schrift können Gläubige tiefer in ihrer Beziehung zu Gott wachsen und eine reife geistliche Perspektive entwickeln.
  7. Ausrichtung an Christus:
    • Das Lesen der Bibel hilft den Gläubigen, ihr Denken und Handeln nach den Maßstäben Christi auszurichten. Es dient dazu, die Perspektive der Welt mit den Werten des Reiches Gottes zu konfrontieren.
Insgesamt ist das Lesen der Bibel der erste und wichtigste Schritt, um das Wort Christi reichlich unter sich wohnen zu lassen, da es die Grundlage für den Glauben bildet, geistliches Wachstum fördert und die Gemeinschaft der Gläubigen stärkt. Es ist ein Mittel, durch das Gott zu seinen Menschen spricht und sie in ihrer Reise des Glaubens leitet.