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1.4 Der Epheserbrief in seiner Zeit

Wie beginnt und beendet Paulus seinen Brief an die Gläubigen in Ephesus? Was erfahren wir über seine tiefsten Wünsche für sie? Siehe Epheser 1,1–2; 6,21–24.

Der Epheserbrief zeigt deutlich, dass Paulus nicht nur ein Lehrer, sondern auch ein Seelsorger und Pastor für die Gläubigen in Ephesus war. In den Anfangs- und Schlussabschnitten des Briefes wird seine tiefe Liebe und Hingabe für die Gemeinde deutlich.
Beginn des Briefes (Epheser 1,1–2): Der Brief startet mit einer klaren Identifikation von Paulus als Verfasser, der sich als „Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes“ vorstellt. Bereits hier wird die Autorität und der gottgewollte Charakter seines Dienstes betont. Der Gruß, der in vielen Briefen üblich ist, wird in diesem Fall besonders ausführlich und reich an theologischer Tiefe, da er die Segnungen in Christus für die Gläubigen umfasst.
Ende des Briefes (Epheser 6,21–24): Der Brief endet mit persönlichen Worten, in denen Tychikus als Überbringer des Briefes und als Vertrauter von Paulus erwähnt wird. Hier wird nicht nur die Übermittlung des Briefes betont, sondern auch die persönliche Beziehung zwischen Paulus und den Gläubigen in Ephesus. Paulus beschreibt Tychikus als „Geliebten Bruder und treuen Diener im Herrn“. Diese Worte zeugen von einer tiefen Verbundenheit und Freundschaft.
In diesen Anfangs- und Schlussabschnitten lernen wir Paulus‘ tiefste Wünsche für die Gläubigen kennen:
  1. Geistliche Segnungen und Erkenntnis (Epheser 1,1–2): Paulus wünscht den Gläubigen die Gnade und den Frieden von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Dies legt den Grundstein für seine späteren Ausführungen über die reichen geistlichen Segnungen in Christus.
  2. Gottes Erkenntnis und Liebe (Epheser 6,21–24): Am Ende des Briefes wünscht Paulus den Gläubigen Frieden, Liebe und Glaube von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Er betont die Liebe und den Glauben als zentrale Elemente, die die Gemeinschaft der Gläubigen prägen sollen.
Insgesamt zeigt sich in diesen Abschnitten Paulus‘ tiefe Hingabe an die Gläubigen und sein Verlangen nach ihrem geistlichen Wachstum, ihrer Erkenntnis Gottes und ihrer Erfahrung von Gottes Liebe und Frieden. Die persönlichen Elemente in diesen Abschnitten verleihen dem Brief eine warme und fürsorgliche Dimension, die über die rein lehrhaften Aspekte hinausgeht.

Inwiefern macht sich Paulus Sorgen über die Auswirkungen seiner Gefangenschaft auf die Gläubigen in Ephesus? Siehe Epheser 3,13.

In Epheser 3,13 offenbart Paulus eine persönliche Dimension seiner Sorgen um die Gläubigen in Ephesus im Zusammenhang mit seiner Gefangenschaft. Der Vers lautet: „Deshalb bitte ich, dass ihr nicht mutlos werdet über die Bedrängnisse, die ich für euch durchmache; denn sie sind eure Ehre.“
Hier drückt Paulus seine Sorge darüber aus, dass die Gläubigen aufgrund seiner eigenen Gefangenschaft entmutigt werden könnten. Seine Gefangenschaft war offensichtlich mit Schwierigkeiten verbunden, und er möchte sicherstellen, dass die Gläubigen nicht entmutigt oder niedergeschlagen werden, wenn sie von seinen persönlichen Leiden hören.
Es ist wichtig, diese Aussage im Kontext von Paulus‘ allgemeiner Botschaft und der theologischen Tiefe des Epheserbriefes zu betrachten. Der Brief behandelt Themen wie die Einheit der Gläubigen in Christus, die übernatürliche Macht Gottes, die Wichtigkeit der Liebe und Einheit in der Gemeinde, sowie praktische Anweisungen für ein christliches Leben.
Paulus betont, dass die Bedrängnisse und Leiden, die er für die Gläubigen durchmacht, eine Ehre für sie sind. Diese Aussage kann als Aufforderung zur Standhaftigkeit und zur Wertschätzung des geistlichen Wohlergehens gedeutet werden. Paulus möchte, dass die Gläubigen erkennen, dass sein Leiden in Verbindung mit seinem Dienst für Christus und die Verkündigung des Evangeliums steht.
Die Verbindung zwischen Paulus und den Gläubigen in Ephesus ist durch seine Gefangenschaft beeinträchtigt, aber er versucht, dies als einen Aspekt ihres gemeinsamen Zeugnisses für Christus zu präsentieren. Die Gläubigen sollen ermutigt werden, inmitten von Schwierigkeiten standhaft zu bleiben und die Ehre zu erkennen, die mit dem Festhalten am Glauben trotz Widrigkeiten verbunden ist.
Insgesamt zeigt dieser Vers, dass Paulus nicht nur theologische Lehren vermittelt, sondern auch eine persönliche Verbindung zu den Gläubigen hat, die durch sein Mitgefühl, Gebet und Ermutigung zum Ausdruck kommt. Seine Sorgen um ihre Standhaftigkeit und sein Wunsch nach ihrer Ermutigung sind ein Zeichen für seine tiefe pastorale Fürsorge für die Gemeinde.