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25.Juni 2024
Botschaft des Buches Micha
Das biblische Buch Micha ist eines der zwölf kleinen Propheten im Alten Testament. Es enthält die Botschaften des Propheten Micha, der im 8. Jahrhundert v. Chr. in Juda wirkte. Die Hauptthemen und Botschaften des Buches Micha sind vielfältig und umfassen sowohl Gericht als auch Hoffnung. Hier sind die wichtigsten Botschaften:
Hauptbotschaften des Buches Micha:
  1. Gottes Gericht über Sünde und Ungerechtigkeit:
    • Micha richtet scharfe Anklagen gegen die sozialen und religiösen Missstände seiner Zeit. Er verurteilt die Korruption der Führer, die Ausbeutung der Armen, die Gier der Reichen und die Heuchelei der religiösen Führer. Diese Missstände haben Gottes Zorn erregt und er kündigt ein strenges Gericht an, das sowohl Israel als auch Juda treffen wird.
  2. Verheißung des kommenden Gerichts:
    • Micha prophezeit das bevorstehende Gericht über Samaria und Jerusalem. Er warnt vor der Zerstörung beider Städte aufgrund ihrer Sünden. Diese Warnungen sollen die Menschen zur Umkehr und Buße bewegen.
  3. Hoffnung und Wiederherstellung:
    • Trotz der starken Botschaften des Gerichts bietet Micha auch Hoffnung und Verheißungen der Wiederherstellung. Gott wird sein Volk nach dem Gericht wieder sammeln und ihnen einen neuen Anfang geben. Es wird eine Zeit des Friedens und der Gerechtigkeit geben, in der der Herr über sein Volk regiert.
  4. Der Messias und das kommende Reich:
    • Micha enthält bedeutende messianische Prophezeiungen. Eine der bekanntesten ist Micha 5:1-4 (5:2-5 in einigen Übersetzungen), die die Geburt des Messias in Bethlehem ankündigt. Diese Prophezeiung zeigt, dass ein neuer Führer kommen wird, der in Gerechtigkeit und Frieden regieren wird.
  5. Gottes Forderung nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Demut:
    • Micha 6:8 fasst eine der zentralen Botschaften des Buches zusammen: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Recht tun, Liebe üben und demütig mit deinem Gott gehen.“ Diese Verse betonen, dass wahre Gottesverehrung mehr ist als Rituale und Opfer; sie erfordert gerechtes Handeln, Barmherzigkeit und Demut.
  6. Gottes Treue zu seinem Bund:
    • Micha erinnert das Volk daran, dass Gott trotz ihres Versagens treu zu seinem Bund steht. Gottes Gericht ist nicht das Ende, sondern ein Mittel zur Reinigung und Erneuerung seines Volkes. Seine Bundestreue garantiert letztlich die Wiederherstellung und den Segen für Israel.
Zusammenfassung
Das Buch Micha vermittelt eine kraftvolle Botschaft über Gottes Gerechtigkeit und Gnade. Es verurteilt die Sünde und Ungerechtigkeit des Volkes, warnt vor dem kommenden Gericht und ruft zur Umkehr auf. Gleichzeitig bietet es Hoffnung und Verheißungen der Wiederherstellung durch den kommenden Messias. Es betont die Notwendigkeit, dass wahre Gottesverehrung sich in gerechtem Handeln, Barmherzigkeit und Demut zeigt. Micha fordert das Volk auf, den Weg der Gerechtigkeit zu gehen und sich auf Gottes Treue zu verlassen.

 

TÄGLICHES BIBELLESEN – Micha Kap.1
Gott erscheint zum Gericht über Israel und Juda.
1Dies ist das Wort des Herrn, welches geschah zu Micha von Moreseth zur Zeit des Jotham, Ahas und Hiskia, der Könige Juda’s, das er gesehen hat über Samaria und Jerusalem.
2Höret, alle Völker! merke auf, Land, und alles, was darinnen ist! denn Gott der Herr hat mit euch zu reden, ja, der Herr aus seinem heiligen Tempel. 
3Denn siehe, der Herr wird ausgehen aus seinem Ort und herabfahren und treten auf die Höhen im Lande, 
4daß die Berge unter ihm schmelzen und die Täler reißen werden, gleichwie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, wie die Wasser, so niederwärts fließen. 
5Das alles um der Übertretung willen Jakobs und um der Sünden willen des Hauses Israel. Welches ist aber die Übertretung Jakobs? Ist’s nicht Samaria? Welches sind aber die Höhen Juda’s? Ist’s nicht Jerusalem? 
6Und ich will Samaria zum Steinhaufen im Felde machen, daß man ihre Steine um die Weinberge legt, und will ihre Steine ins Tal schleifen und sie bis zum Grund einbrechen. 
7Alle ihre Götzen sollen zerbrochen und all ihr Hurenlohn soll mit Feuer verbrannt werden; und ich will alle ihre Bilder verwüsten, denn sie sind von Hurenlohn zusammengebracht und sollen auch wieder Hurenlohn werden. 
Unheil kommt über die Städte Judas.
8Darüber muß ich klagen und heulen, ich muß beraubt und bloß dahergehen; ich muß klagen wie die Schakale und trauern wie die Strauße. 
9Denn es ist kein Rat für ihre Plage, die bis gen Juda kommen und bis an meines Volks Tor, bis Jerusalem hinanreichen wird.
10Verkündiget’s ja nicht zu Gath; laßt euer Weinen nicht hören zu Akko; in Beth-Leaphra setzt euch in die Asche. 
11Du Einwohnerin Saphirs mußt dahin mit allen Schanden; die Einwohnerin Zaenans wird nicht ausziehen; das Leid Beth-Haezels wird euch wehren, daß ihr da euch lagert. 
12Die Einwohnerin Maroths vermag sich nicht zu trösten; denn es wird das Unglück vom Herrn kommen auch bis an das Tor Jerusalems. 
13Du Stadt Lachis, spanne Renner an und fahre davon! denn du bist der Tochter Zion der Anfang zur Sünde, und in dir sind gefunden die Übertretungen Israels. 
14Du wirst dich müssen scheiden von Moreseth-Gath. Mit der Stadt Achsib wird’s den Königen Israels fehlgehen. 
15Ich will dir, Maresa, den rechten Erben bringen, und die Herrlichkeit Israels soll kommen bis gen Adullam. 
16Laß die Haare abscheren und gehe kahl um deiner zarten Kinder willen; mache dich ganz kahl wie ein Adler, denn sie sind von dir gefangen weggeführt.
Luther 1912Public Domain

Kommentar
Einleitung
Das Buch Micha beginnt mit einer Vision des Propheten Micha von Moresheth, die während der Regierungszeit der Könige Jotham, Ahas und Hiskia von Juda empfangen wurde. Diese Offenbarung richtet sich sowohl an Samaria (die Hauptstadt des Nordreichs Israel) als auch an Jerusalem (die Hauptstadt des Südreichs Juda).
Vers 1-2: Die Ankündigung des Gerichts
Micha ruft alle Völker auf, auf die Botschaft des Herrn zu hören. Dies betont die Universalität der Botschaft und zeigt, dass Gottes Gericht nicht nur Israel und Juda, sondern die gesamte Welt betrifft. Der Herr spricht aus seinem heiligen Tempel und bringt seine göttliche Autorität und Heiligkeit zum Ausdruck.
Vers 3-4: Gottes Herabkommen
In poetischen Bildern wird beschrieben, wie Gott aus seinem himmlischen Ort herabkommt, um Gericht zu halten. Die Berge schmelzen und die Täler spalten sich, ähnlich wie Wachs vor Feuer schmilzt. Diese gewaltigen Naturbilder verdeutlichen die Macht Gottes und die Ernsthaftigkeit seines Gerichts.
Vers 5: Der Grund für das Gericht
Micha erklärt, dass die Übertretungen Jakobs und die Sünden Israels der Grund für dieses Gericht sind. Samaria und Jerusalem werden als Zentren der Sünde identifiziert. Diese Städte, die für ihre religiöse und politische Bedeutung bekannt sind, haben die Treue zu Gott verlassen und sich dem Götzendienst und moralischem Verfall hingegeben.
Vers 6-7: Zerstörung Samarias
Gott kündigt an, dass er Samaria in einen Trümmerhaufen verwandeln wird. Die Stadt wird so gründlich zerstört, dass ihre Steine in die Täler gerollt und ihre Götzenbilder verbrannt werden. Diese drastischen Maßnahmen sollen die vollständige Reinigung und das Gericht Gottes symbolisieren.
Vers 8-9: Klage über Juda
Micha drückt sein tiefes Mitgefühl und seine Trauer über das kommende Unheil aus. Er identifiziert sich mit dem Leid der Menschen und geht nackt und barfuß, um seine Trauer zu demonstrieren. Diese Plage reicht bis nach Juda und bis vor die Tore Jerusalems.
Vers 10-16: Wehklage über die Städte Judas
Micha nennt mehrere Städte Judas und prophezeit ihr kommendes Unglück. Jede Stadt erhält eine spezifische Botschaft, die ihre zukünftige Zerstörung oder ihr Leid ankündigt. Beispielsweise wird Lachis, die für ihre militärische Bedeutung bekannt ist, als Ursprung der Sünde in Zion genannt. Städte wie Gath, Akko und andere werden aufgefordert, in Trauer und Buße zu gehen.
Besonders bemerkenswert ist die Aufforderung an Maresa, dass ein Erbe kommen wird, und an Moreseth-Gath, dass sie verlassen wird. Diese Prophezeiungen betonen die bevorstehende Vertreibung und das Leid, das diese Städte erleiden werden.
Fazit
Micha Kapitel 1 ist eine kraftvolle Eröffnung des Buches, die den Ernst von Gottes Gericht über Israel und Juda betont. Die detaillierten Beschreibungen der kommenden Zerstörungen und die Klage über den moralischen Verfall zeigen die tiefen Sorgen des Propheten für sein Volk. Gleichzeitig unterstreicht das Kapitel die Gerechtigkeit und Macht Gottes, der nicht zögert, Sünde und Ungerechtigkeit zu bestrafen, aber auch durch diese Warnungen zur Umkehr ruft.

 

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.40. Eine Nacht auf dem See
Hier online lesen.

 

Kommentar
Einführung:
Dieses Kapitel beschreibt die Begebenheiten nach der Speisung der Fünftausend, als Jesus die Menge entlässt und seine Jünger aufs Meer schickt. Es betont die Lehren, die aus dieser dramatischen Episode gezogen werden können.
Versorgtes Volk und erwarteter König
Die Speisung der Fünftausend war ein bemerkenswertes Wunder, das die Menge tief beeindruckte. Die Worte Jesu und seine Werke der Heilung ließen ihn in den Augen der Menschen als den verheißenen Messias erscheinen. Sie hofften, dass er der Befreier sein würde, der Judäa zu einem irdischen Paradies macht und die Römer vertreibt. Ihre Begeisterung führte sie zu dem Wunsch, Jesus zum König zu krönen, obwohl dies nicht in seinem Plan lag.
Ablehnung der Krönung und Gehorsam der Jünger
Jesus erkannte die Gefahr in den Absichten der Menge und den möglichen Aufruhr, der daraus entstehen würde. Um dies zu verhindern, befahl er seinen Jüngern, ins Boot zu steigen und nach Kapernaum zu fahren. Die Jünger waren widerwillig und enttäuscht, dass Jesus die Gelegenheit nicht nutzte, sich als König zu offenbaren. Doch Jesus sprach mit solcher Autorität, dass sie schließlich gehorchten.
Jesus betet allein
Nachdem die Jünger aufgebrochen waren, zog sich Jesus zurück, um allein auf einem Berg zu beten. Seine Gebete galten nicht sich selbst, sondern den Menschen und besonders seinen Jüngern, die noch schwere Prüfungen vor sich hatten. Er betete um Kraft und Führung, damit sie die wahre Natur seiner Mission verstehen könnten.
Der Sturm auf dem See
Während die Jünger über den See fuhren, wurden sie von einem heftigen Sturm überrascht. Ihre Bemühungen, das Boot unter Kontrolle zu halten, wurden durch ihre geistige und emotionale Verwirrung erschwert. Sie hatten den Tag mit großen Erwartungen und Hoffnungen begonnen, die nun in Zweifel und Unglauben umgeschlagen waren.
Jesus kommt zu den Jüngern
In ihrer Not erkannten die Jünger Jesus, der auf dem Wasser zu ihnen ging. Zunächst erschraken sie und hielten ihn für einen Geist, doch seine Worte „Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ beruhigten sie. Diese Szene verdeutlicht, dass Jesus seine Jünger nie aus den Augen verliert und immer bereit ist, ihnen in Zeiten der Not beizustehen.
Petrus auf dem Wasser Petrus, voller Enthusiasmus, bat Jesus, ihm zu befehlen, auf dem Wasser zu ihm zu kommen. Solange Petrus seinen Blick auf Jesus gerichtet hielt, ging er sicher; als er jedoch auf die stürmischen Wellen schaute, begann er zu sinken. Dies lehrt die wichtige Lektion, dass unser Glaube stark bleibt, wenn wir unseren Blick fest auf Jesus richten, und dass Zweifel und Stolz uns zum Scheitern bringen können.
Erkenntnis der Abhängigkeit von Gott
Die Erfahrung auf dem See sollte den Jüngern die Notwendigkeit zeigen, ständig auf Gott zu vertrauen. Diese Lektion war besonders für Petrus wichtig, dessen Selbstvertrauen ihn oft in Schwierigkeiten brachte. Nur durch die Anerkennung ihrer Schwächen und die Abhängigkeit von göttlicher Hilfe konnten die Jünger ihre Aufgaben erfolgreich erfüllen.
Fazit:
Dieses Kapitel unterstreicht die Bedeutung von Glauben, Demut und Abhängigkeit von Gott. Die Jünger mussten lernen, dass irdische Erwartungen und Ehrgeiz ihren Weg mit Jesus nicht bestimmen sollten. Stattdessen sollten sie auf Gottes Weisheit und Führung vertrauen. Die Nacht auf dem See war eine Prüfung, die ihren Glauben stärken und sie auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten sollte. Jesus‘ liebevolle Fürsorge und seine Macht, selbst über die Elemente, bekräftigen die unermessliche Größe seines Reiches und seiner Mission.

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.41. Die Entscheidung in Galiläa
Auf der Grundlage von Johannes 6,22-71.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Einleitung:
Dieses Kapitel behandelt die entscheidende Wende im öffentlichen Wirken Jesu, die durch die Ereignisse nach der Speisung der Fünftausend und seine Weigerung, ein irdischer König zu werden, ausgelöst wurde. Die Reaktion der Menschen und die Lehren, die Jesus daraus zog, bieten tiefe Einblicke in das Verständnis von Glauben und Nachfolge.
Die Menge und ihre Erwartungen:
Nachdem Jesus die Menschenmengen mit Brot und Fisch gespeist hatte, wollten sie ihn zum König ausrufen. Doch Jesus wusste, dass ihre Begeisterung kurzlebig war und auf selbstsüchtigen Erwartungen beruhte. Seine Weigerung, ihre politischen und materiellen Wünsche zu erfüllen, führte zu einer Wende in seiner Beziehung zur Menge.
Jesus‘ Lehren in der Synagoge:
In der Synagoge von Kapernaum erklärte Jesus die tiefere geistliche Bedeutung des Speisungswunders. Er forderte die Menschen auf, nicht nur nach vergänglicher Nahrung zu streben, sondern nach dem „Brot des Lebens“, das er selbst darstellte. Diese Worte waren schwer zu verstehen und noch schwerer zu akzeptieren, besonders für diejenigen, die nur an irdische Belohnungen dachten.
Die Herausforderung des Glaubens:
Jesus erklärte, dass wahres Leben nur durch den Glauben an ihn als den Gesandten Gottes möglich sei. Seine Forderung, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, wurde von vielen wörtlich verstanden und führte zu Missverständnissen und Ablehnung. Er sprach jedoch in geistlichen Begriffen, die auf eine tiefere Verbindung mit ihm hinwiesen – eine Verbindung, die Leben und Heil brachte.
Reaktionen und Abfall:
Viele seiner Anhänger, die eine politische und materielle Erlösung erwartet hatten, konnten diese geistliche Botschaft nicht akzeptieren. Ihre enttäuschten Erwartungen führten dazu, dass sie sich von Jesus abwandten. Diese Prüfung trennte die wahren Jünger von denen, die nur aus selbstsüchtigen Motiven gefolgt waren.
Die Jünger bleiben treu:
Jesus fragte seine zwölf Jünger, ob auch sie gehen wollten. Petrus antwortete für alle, indem er bekannte, dass Jesus die Worte des ewigen Lebens habe und dass sie an ihn als den Heiligen Gottes glaubten. Dieses Bekenntnis zeigt, dass die wahren Jünger, trotz ihres begrenzten Verständnisses, an Jesus festhielten.
Lehren für die Nachfolge:
Das Kapitel betont, dass wahre Nachfolge mehr erfordert als Begeisterung für Wunder oder materielle Vorteile. Es erfordert ein tiefes Verständnis und die Annahme der geistlichen Wahrheiten, die Jesus lehrte. Die Bereitschaft, persönliche Erwartungen aufzugeben und dem Ruf Jesu zu folgen, ist entscheidend.
Fazit:
Kapitel 41 von „Das Leben Jesu“ illustriert die Notwendigkeit eines tiefen, aufrichtigen Glaubens, der nicht von äußeren Umständen oder selbstsüchtigen Motiven abhängt. Jesus suchte wahre Nachfolger, die bereit waren, seine Lehren zu akzeptieren und sich ihm vollständig hinzugeben. Diese Lektionen sind auch heute relevant und fordern jeden Gläubigen heraus, seinen Glauben und seine Nachfolge zu prüfen.