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24.Juni 2024
TÄGLICHES BIBELLESEN – Jona Kap.4
Jonas Unmut und Gottes Antwort.
1Das verdroß Jona gar sehr, und er ward zornig 
2und betete zum Herrn und sprach: Ach Herr, das ist’s, was ich sagte, da ich noch in meinem Lande war; darum ich auch wollte zuvorkommen, zu fliehen gen Tharsis; denn ich weiß, daß du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und läßt dich des Übels reuen. 
3So nimm doch nun, Herr, meine Seele von mir; denn ich wollte lieber tot sein als leben. 
4Aber der Herr sprach: Meinst du, daß du billig zürnest?
5Und Jona ging zur Stadt hinaus und setzte sich morgenwärts von der Stadt und machte sich daselbst eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde. 
6Gott der Herr aber verschaffte einen Rizinus, der wuchs über Jona, daß er Schatten gäbe über sein Haupt und errettete ihn von seinem Übel; und Jona freute sich sehr über den Rizinus. 
7Aber Gott verschaffte einen Wurm des Morgens, da die Morgenröte anbrach; der stach den Rizinus, daß er verdorrte. 
8Als aber die Sonne aufgegangen war, verschaffte Gott einen dürren Ostwind; und die Sonne stach Jona auf den Kopf, daß er matt ward. Da wünschte er seiner Seele den Tod und sprach: Ich wollte lieber tot sein als leben.
9Da sprach Gott zu Jona: Meinst du, daß du billig zürnest um den Rizinus? Und er sprach: Billig zürne ich bis an den Tod. 
10Und der Herr sprach: Dich jammert des Rizinus, daran du nicht gearbeitet hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, welcher in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb; 
11und mich sollte nicht jammern Ninives, solcher großen Stadt, in welcher sind mehr denn hundertundzwanzigtausend Menschen, die nicht wissen Unterschied, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?
Luther 1912Public Domain

Kommentar
Vers 1-3: Jonas Zorn und Gebet
Nachdem Gott beschließt, Ninive aufgrund ihrer Buße zu verschonen, ist Jona sehr verärgert und zornig. Er betet zu Gott und drückt seine Frustration aus, dass genau dies der Grund war, warum er ursprünglich nach Tarsis fliehen wollte. Jona wusste, dass Gott gnädig und barmherzig ist und dass er oft bereit ist, Strafe abzuwenden, wenn die Menschen umkehren. Diese Reaktion von Jona zeigt seine menschliche Schwäche und seine Unfähigkeit, Gottes Gnade vollständig zu verstehen und zu akzeptieren. Jona ist so enttäuscht, dass er lieber sterben möchte.
Vers 4: Gottes erste Antwort
Gott antwortet Jona mit einer einfachen Frage: „Meinst du, dass du billig zürnest?“ Dies ist eine Einladung an Jona, über seine Gefühle nachzudenken und sie in Relation zu Gottes größerem Plan und seiner Barmherzigkeit zu setzen. Gott stellt hier die Selbstgerechtigkeit und den begrenzten Blickwinkel Jonas in Frage.
Vers 5: Jonas Beobachtung
Jona verlässt die Stadt und baut sich eine Hütte östlich von Ninive. Er setzt sich in den Schatten und wartet darauf, was mit der Stadt geschehen wird. Diese Handlung zeigt, dass Jona immer noch hofft, dass Gott die Stadt möglicherweise doch noch zerstören könnte. Er zeigt weiterhin ein mangelndes Verständnis für Gottes Barmherzigkeit und einen Mangel an Mitgefühl für die Menschen von Ninive.
Vers 6: Gottes Geschenk des Rizinus
Gott lässt eine Rizinus-Pflanze wachsen, die Jona Schatten spendet und ihm Linderung von seinem Unmut verschafft. Jona freut sich sehr über diese Pflanze, was seine menschliche Bedürftigkeit und sein Verlangen nach Komfort zeigt. Es verdeutlicht auch, wie schnell seine Stimmung durch äußere Umstände beeinflusst wird.
Vers 7-8: Der Wurm und der Ostwind
Am nächsten Morgen lässt Gott einen Wurm die Rizinus-Pflanze angreifen, sodass sie verdorrt. Dann schickt Gott einen heißen Ostwind, und die Sonne sticht auf Jona, was ihn wieder in große Not bringt. Jona ist erneut so verzweifelt, dass er den Tod wünscht. Diese Ereignisse zeigen, wie Gott die Umstände nutzt, um Jona eine wichtige Lektion zu erteilen.
Vers 9: Gottes zweite Frage
Gott fragt Jona erneut, ob er zu Recht zornig ist wegen der Pflanze. Jona antwortet trotzig, dass er zu Recht zornig sei, sogar bis zum Tod. Dies zeigt Jonas anhaltende Sturheit und seine Unfähigkeit, über seine eigenen Bedürfnisse hinauszusehen.
Verse 10-11: Gottes Lektion der Barmherzigkeit
Gott erklärt Jona, dass er um die Rizinus-Pflanze trauert, obwohl er nichts zu ihrem Wachstum beigetragen hat und sie nur eine kurze Zeit existierte. Im Gegensatz dazu gibt es in Ninive mehr als 120.000 Menschen, die nicht wissen, was rechts oder links ist, und viele Tiere. Sollte Gott diese Stadt nicht verschonen? Diese rhetorische Frage betont Gottes Mitgefühl und Barmherzigkeit gegenüber allen seinen Geschöpfen. Es ist eine starke Erinnerung daran, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit viel größer sind als menschliche Begrenztheit und Selbstgerechtigkeit.
Zusammenfassung:
Jona Kapitel 4 bietet eine tiefgehende Lektion über Gottes Barmherzigkeit und die menschliche Tendenz zur Selbstgerechtigkeit und zum begrenzten Denken. Jonas Zorn und Frustration stehen im krassen Gegensatz zu Gottes unendlicher Barmherzigkeit und Geduld. Durch die Ereignisse mit der Rizinus-Pflanze lehrt Gott Jona und uns alle, dass Mitgefühl und Gnade zentrale Eigenschaften seines Wesens sind und dass wir lernen müssen, diese in unserem eigenen Leben zu reflektieren. Gottes Liebe erstreckt sich auf alle Menschen, unabhängig von ihrem Verhalten oder ihrer Herkunft, und er ruft uns dazu auf, diese Liebe und dieses Mitgefühl ebenfalls zu leben.

 

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.40. Eine Nacht auf dem See
Hier online lesen.

 

Kommentar
Einführung:
Dieses Kapitel beschreibt die Begebenheiten nach der Speisung der Fünftausend, als Jesus die Menge entlässt und seine Jünger aufs Meer schickt. Es betont die Lehren, die aus dieser dramatischen Episode gezogen werden können.
Versorgtes Volk und erwarteter König
Die Speisung der Fünftausend war ein bemerkenswertes Wunder, das die Menge tief beeindruckte. Die Worte Jesu und seine Werke der Heilung ließen ihn in den Augen der Menschen als den verheißenen Messias erscheinen. Sie hofften, dass er der Befreier sein würde, der Judäa zu einem irdischen Paradies macht und die Römer vertreibt. Ihre Begeisterung führte sie zu dem Wunsch, Jesus zum König zu krönen, obwohl dies nicht in seinem Plan lag.
Ablehnung der Krönung und Gehorsam der Jünger
Jesus erkannte die Gefahr in den Absichten der Menge und den möglichen Aufruhr, der daraus entstehen würde. Um dies zu verhindern, befahl er seinen Jüngern, ins Boot zu steigen und nach Kapernaum zu fahren. Die Jünger waren widerwillig und enttäuscht, dass Jesus die Gelegenheit nicht nutzte, sich als König zu offenbaren. Doch Jesus sprach mit solcher Autorität, dass sie schließlich gehorchten.
Jesus betet allein
Nachdem die Jünger aufgebrochen waren, zog sich Jesus zurück, um allein auf einem Berg zu beten. Seine Gebete galten nicht sich selbst, sondern den Menschen und besonders seinen Jüngern, die noch schwere Prüfungen vor sich hatten. Er betete um Kraft und Führung, damit sie die wahre Natur seiner Mission verstehen könnten.
Der Sturm auf dem See
Während die Jünger über den See fuhren, wurden sie von einem heftigen Sturm überrascht. Ihre Bemühungen, das Boot unter Kontrolle zu halten, wurden durch ihre geistige und emotionale Verwirrung erschwert. Sie hatten den Tag mit großen Erwartungen und Hoffnungen begonnen, die nun in Zweifel und Unglauben umgeschlagen waren.
Jesus kommt zu den Jüngern
In ihrer Not erkannten die Jünger Jesus, der auf dem Wasser zu ihnen ging. Zunächst erschraken sie und hielten ihn für einen Geist, doch seine Worte „Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ beruhigten sie. Diese Szene verdeutlicht, dass Jesus seine Jünger nie aus den Augen verliert und immer bereit ist, ihnen in Zeiten der Not beizustehen.
Petrus auf dem Wasser Petrus, voller Enthusiasmus, bat Jesus, ihm zu befehlen, auf dem Wasser zu ihm zu kommen. Solange Petrus seinen Blick auf Jesus gerichtet hielt, ging er sicher; als er jedoch auf die stürmischen Wellen schaute, begann er zu sinken. Dies lehrt die wichtige Lektion, dass unser Glaube stark bleibt, wenn wir unseren Blick fest auf Jesus richten, und dass Zweifel und Stolz uns zum Scheitern bringen können.
Erkenntnis der Abhängigkeit von Gott
Die Erfahrung auf dem See sollte den Jüngern die Notwendigkeit zeigen, ständig auf Gott zu vertrauen. Diese Lektion war besonders für Petrus wichtig, dessen Selbstvertrauen ihn oft in Schwierigkeiten brachte. Nur durch die Anerkennung ihrer Schwächen und die Abhängigkeit von göttlicher Hilfe konnten die Jünger ihre Aufgaben erfolgreich erfüllen.
Fazit:
Dieses Kapitel unterstreicht die Bedeutung von Glauben, Demut und Abhängigkeit von Gott. Die Jünger mussten lernen, dass irdische Erwartungen und Ehrgeiz ihren Weg mit Jesus nicht bestimmen sollten. Stattdessen sollten sie auf Gottes Weisheit und Führung vertrauen. Die Nacht auf dem See war eine Prüfung, die ihren Glauben stärken und sie auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten sollte. Jesus‘ liebevolle Fürsorge und seine Macht, selbst über die Elemente, bekräftigen die unermessliche Größe seines Reiches und seiner Mission.

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.41. Die Entscheidung in Galiläa
Auf der Grundlage von Johannes 6,22-71.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Einleitung:
Dieses Kapitel behandelt die entscheidende Wende im öffentlichen Wirken Jesu, die durch die Ereignisse nach der Speisung der Fünftausend und seine Weigerung, ein irdischer König zu werden, ausgelöst wurde. Die Reaktion der Menschen und die Lehren, die Jesus daraus zog, bieten tiefe Einblicke in das Verständnis von Glauben und Nachfolge.
Die Menge und ihre Erwartungen:
Nachdem Jesus die Menschenmengen mit Brot und Fisch gespeist hatte, wollten sie ihn zum König ausrufen. Doch Jesus wusste, dass ihre Begeisterung kurzlebig war und auf selbstsüchtigen Erwartungen beruhte. Seine Weigerung, ihre politischen und materiellen Wünsche zu erfüllen, führte zu einer Wende in seiner Beziehung zur Menge.
Jesus‘ Lehren in der Synagoge:
In der Synagoge von Kapernaum erklärte Jesus die tiefere geistliche Bedeutung des Speisungswunders. Er forderte die Menschen auf, nicht nur nach vergänglicher Nahrung zu streben, sondern nach dem „Brot des Lebens“, das er selbst darstellte. Diese Worte waren schwer zu verstehen und noch schwerer zu akzeptieren, besonders für diejenigen, die nur an irdische Belohnungen dachten.
Die Herausforderung des Glaubens:
Jesus erklärte, dass wahres Leben nur durch den Glauben an ihn als den Gesandten Gottes möglich sei. Seine Forderung, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, wurde von vielen wörtlich verstanden und führte zu Missverständnissen und Ablehnung. Er sprach jedoch in geistlichen Begriffen, die auf eine tiefere Verbindung mit ihm hinwiesen – eine Verbindung, die Leben und Heil brachte.
Reaktionen und Abfall:
Viele seiner Anhänger, die eine politische und materielle Erlösung erwartet hatten, konnten diese geistliche Botschaft nicht akzeptieren. Ihre enttäuschten Erwartungen führten dazu, dass sie sich von Jesus abwandten. Diese Prüfung trennte die wahren Jünger von denen, die nur aus selbstsüchtigen Motiven gefolgt waren.
Die Jünger bleiben treu:
Jesus fragte seine zwölf Jünger, ob auch sie gehen wollten. Petrus antwortete für alle, indem er bekannte, dass Jesus die Worte des ewigen Lebens habe und dass sie an ihn als den Heiligen Gottes glaubten. Dieses Bekenntnis zeigt, dass die wahren Jünger, trotz ihres begrenzten Verständnisses, an Jesus festhielten.
Lehren für die Nachfolge:
Das Kapitel betont, dass wahre Nachfolge mehr erfordert als Begeisterung für Wunder oder materielle Vorteile. Es erfordert ein tiefes Verständnis und die Annahme der geistlichen Wahrheiten, die Jesus lehrte. Die Bereitschaft, persönliche Erwartungen aufzugeben und dem Ruf Jesu zu folgen, ist entscheidend.
Fazit:
Kapitel 41 von „Das Leben Jesu“ illustriert die Notwendigkeit eines tiefen, aufrichtigen Glaubens, der nicht von äußeren Umständen oder selbstsüchtigen Motiven abhängt. Jesus suchte wahre Nachfolger, die bereit waren, seine Lehren zu akzeptieren und sich ihm vollständig hinzugeben. Diese Lektionen sind auch heute relevant und fordern jeden Gläubigen heraus, seinen Glauben und seine Nachfolge zu prüfen.