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13.Juni 2024
TÄGLICHES BIBELLESEN – Amos Kap.3
Erwählung bewahrt nicht vor Gericht.
1Höret, was der Herr mit euch redet, ihr Kinder Israel, mit allen Geschlechtern, die ich aus Ägyptenland geführt habe: 
2Aus allen Geschlechtern auf Erden habe ich allein euch erkannt; darum will ich auch euch heimsuchen in all eurer Missetat. 
Wenn Gott redet, kann der Prophet nicht schweigen.
3Mögen auch zwei miteinander wandeln, sie seien denn eins untereinander? 
4Brüllt auch ein Löwe im Walde, wenn er keinen Raub hat? Schreit auch ein junger Löwe aus seiner Höhle, er habe denn etwas gefangen? 
5Fällt auch ein Vogel in den Strick auf der Erde, da kein Vogler ist? Hebt man auch den Strick auf von der Erde, der noch nichts gefangen hat? 
6Bläst man auch die Posaune in einer Stadt, daß sich das Volk davor nicht entsetze? Ist auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht tue? 
7Denn der Herr Herr tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis den Propheten, seinen Knechten. 
8Der Löwe brüllt; wer sollte sich nicht fürchten? Der Herr Herr redet; wer sollte nicht weissagen? 
Ankündigung des Gerichts über Samaria.
9Verkündigt in den Palästen zu Asdod und in den Palästen im Lande Ägypten und sprecht: Sammelt euch auf die Berge Samarias und sehet, welch ein großes Zetergeschrei und Unrecht darin ist! 
10Sie achten keines Rechts, spricht der Herr, sammeln Schätze von Frevel und Raub in ihren Palästen.
11Darum spricht der Herr Herr also: Man wird dies Land ringsumher bedrängen und dich von deiner Macht herunterreißen und deine Häuser plündern. 
12So spricht der Herr: Gleichwie ein Hirte dem Löwen zwei Kniee oder ein Ohrläpplein aus dem Maul reißt, also sollen die Kinder Israel herausgerissen werden, die zu Samaria sitzen in der Ecke des Ruhebettes und auf dem Lager von Damast. 
13Höret und zeuget im Hause Jakob, spricht der Herr Herr, der Gott Zebaoth. 
14Denn zu der Zeit, wann ich die Sünden Israels heimsuchen werde, will ich die Altäre zu Beth-El heimsuchen und die Hörner des Altars abbrechen, daß sie zu Boden fallen sollen, 
15und will beide, Winterhaus und Sommerhaus, schlagen, und die elfenbeinernen Häuser sollen untergehen und viele Häuser verderbt werden, spricht der Herr.
Luther 1912Public Domain

Kommentar
Amos Kapitel 3 ist eine eindringliche Ankündigung des göttlichen Gerichts über Israel, trotz ihrer Erwählung durch Gott. Hier sind einige Kommentare zu den jeweiligen Versen:
Erwählung und Gericht (Verse 1-2)
  1. Erwählung und Verantwortung (Vers 1): Gott erinnert Israel daran, dass er sie aus Ägyptenland geführt hat. Diese Erwählung bedeutet nicht Privilegien ohne Verantwortung, sondern setzt höhere Maßstäbe für ihr Verhalten.
  2. Gericht über die Erwählten (Vers 2): Weil Gott Israel aus allen Völkern auserwählt hat, werden sie auch für ihre Missetaten besonders streng zur Rechenschaft gezogen. Die Erwählung schützt sie nicht vor dem Gericht, sondern macht sie für ihre Sünden umso verantwortlicher.
Unvermeidlichkeit des Prophetenwortes (Verse 3-8)
  1. Einssein im Wandel (Vers 3): Zwei können nicht gemeinsam wandeln, es sei denn, sie sind sich einig. Dies symbolisiert die Notwendigkeit der Übereinstimmung zwischen Gott und seinem Volk sowie zwischen dem Propheten und seiner Botschaft.
  2. Löwenbrüllen und Raub (Vers 4): Ein Löwe brüllt nicht ohne Beute. Dies illustriert die Vorwarnung des Gerichts: So wie das Brüllen des Löwen auf eine erlegte Beute hinweist, so deutet Gottes Wort auf bevorstehendes Gericht hin.
  3. Vogelfang und Strick (Vers 5): Ein Vogel fällt nicht ohne Falle, und eine Falle wird nicht ohne Grund aufgestellt. Dies zeigt die Zweckmäßigkeit von Gottes Handeln – nichts geschieht ohne Grund.
  4. Posaunenstoß und Furcht (Vers 6): Wenn die Posaune in der Stadt geblasen wird, fürchtet sich das Volk. Ebenso ist ein Unglück in der Stadt ein Zeichen von Gottes Handeln.
  5. Gottes Offenbarung an die Propheten (Vers 7): Gott tut nichts, ohne sein Geheimnis den Propheten zu offenbaren. Die Propheten sind Gottes Sprachrohr.
  6. Der Löwe brüllt; Gott redet (Vers 8): Wenn Gott spricht, muss der Prophet weissagen. Das Brüllen des Löwen symbolisiert die Macht und Unvermeidlichkeit von Gottes Wort.
Gericht über Samaria (Verse 9-15)
  1. Verkündigung des Gerichts (Vers 9): Die Paläste von Asdod und Ägypten sollen das große Zetergeschrei und Unrecht in Samaria bezeugen. Dies zeigt die allgemeine Bekanntheit und Schwere der Ungerechtigkeit Israels.
  2. Achtlosigkeit gegenüber dem Recht (Vers 10): Israel sammelt Schätze durch Frevel und Raub, ohne das Recht zu achten. Dies verdeutlicht die tiefgreifende Korruption und moralische Verkommenheit.
  3. Bedrängnis und Plünderung (Vers 11): Gott wird Israel von ihrer Macht herunterreißen und ihre Häuser plündern lassen. Dies ist eine direkte Folge ihrer Missachtung des Rechts und ihrer Ansammlung von unrechtmäßigen Schätzen.
  4. Rettung aus großer Not (Vers 12): Wie ein Hirte nur kleine Teile eines zerrissenen Tieres rettet, so wird nur ein kleiner Rest Israels gerettet werden. Dies verdeutlicht das Ausmaß der Zerstörung und das geringe Maß an Rettung.
  5. Zeugen gegen Israel (Vers 13): Gott ruft Zeugen auf, um gegen das Haus Jakob auszusagen. Dies betont die rechtliche und formelle Natur des Gerichts.
  6. Zerstörung der Altäre (Vers 14): Die Altäre in Bethel, ein Ort des Götzendienstes, werden zerstört. Die Hörner des Altars, die als Symbol für Schutz und Zuflucht dienten, werden abgebrochen.
  7. Zerstörung der Häuser (Vers 15): Sowohl die luxuriösen Winter- als auch Sommerhäuser werden zerstört, ebenso wie die elfenbeinernen Häuser. Dies zeigt die umfassende Natur des Gerichts, das alle Ebenen der Gesellschaft trifft.
Zusammenfassung
Amos 3 betont, dass Gottes Erwählung keine Immunität vor Gericht bedeutet. Im Gegenteil, sie bringt größere Verantwortung mit sich. Die Propheten können nicht schweigen, wenn Gott spricht, und das Gericht über Israel ist unvermeidlich aufgrund ihrer Ungerechtigkeit und ihres Götzendienstes. Die Zerstörung wird umfassend sein, nur ein kleiner Rest wird gerettet, und alle Ebenen der Gesellschaft werden betroffen sein.

 

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.36 – Ein lebendiger Glaube
Auf der Grundlage von Matthäus 9,18-26; Markus 5,21-43; Lukas 8,40-56.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Das Kapitel 36 aus „Das Leben Jesu“ von Ellen White zeigt auf beeindruckende Weise, wie der lebendige Glaube die Wunder Jesu Christi offenbart und wie dieser Glaube eine unmittelbare Verbindung zu göttlicher Kraft herstellt.
Die Erzählung von Jairus, dessen Tochter kurz vor ihrem Tod steht, zeigt die Tiefe seiner Verzweiflung und die Dringlichkeit seines Glaubens an Jesu Heilungskraft. Trotz der schrecklichen Nachricht vom Tod seiner Tochter ermutigt Jesus Jairus, an ihn zu glauben, und verspricht ihm, dass seine Tochter wieder gesund werden wird. Hier zeigt sich der lebendige Glaube von Jairus, der sich fest an Jesus klammert und ihm vertraut, auch wenn die Umstände aussichtslos erscheinen.
Die Geschichte der kranken Frau, die seit zwölf Jahren leidet, verdeutlicht die Kraft des Glaubens, der sie dazu bringt, den Saum von Jesu Gewand zu berühren, in dem festen Vertrauen, dass sie geheilt werden würde. Ihr lebendiger Glaube manifestiert sich in dieser einfachen Handlung der Berührung, und Jesus erkennt und belohnt diesen Glauben.
Durch diese Geschichten lehrt Ellen White, dass der lebendige Glaube nicht nur eine intellektuelle Zustimmung zu religiösen Wahrheiten ist, sondern eine lebendige Verbindung zu Christus, die Kraft und Heilung freisetzt. Der lebendige Glaube führt zu einem persönlichen Bekenntnis und einer öffentlichen Zeugenschaft von Gottes Güte und Treue. Er ermutigt dazu, Gott für seine Wohltaten zu danken und sein Wirken in unserem Leben anzuerkennen.
Insgesamt zeigt Kapitel 36, wie der lebendige Glaube die Wunder Jesu manifestiert und wie dieser Glaube eine unerschütterliche Verbindung zu göttlicher Kraft und Fürsorge schafft.

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.37 – Die ersten Evangelisten
Auf der Grundlage von Matthäus 10; Markus 6,7-11; Lukas 9,1-6.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Das Kapitel „Die ersten Evangelisten“ aus Ellen Whites Buch „Das Leben Jesu“ beleuchtet die frühe Missionsarbeit der Apostel und ihre enge Verbindung zu Jesus während seiner irdischen Wirksamkeit. Es betont die Bedeutung der praktischen Lehren, die sie von ihm empfingen, und ihre Vorbereitung auf die Verkündigung des Evangeliums. Durch das Beispiel Jesu ermutigt, gingen sie hinaus, um zu lehren, zu heilen und die Botschaft des nahen Himmelreichs zu verkünden.
Die Beschreibung der ersten Missionsreisen der Jünger veranschaulicht das Vertrauen, das Jesus in sie setzte, und die Weisheit, mit der er sie aussandte. Ihr Einsatz für die Armen und Kranken, ihre Bereitschaft, das Evangelium selbst unter widrigen Umständen zu verbreiten, und ihre unerschütterliche Treue trotz drohender Verfolgung sind inspirierend.
Die Betonung der göttlichen Führung und der Überwindung von Hindernissen durch den Glauben ist eine wichtige Botschaft des Kapitels. Es erinnert daran, dass der Dienst für Christus oft mit Schwierigkeiten verbunden ist, aber dass diejenigen, die treu bleiben, in Gottes Reich geborgen sind. Die Lehren von Jesus über den Wert der Seele und die Notwendigkeit, ihm treu zu sein, werden eindrucksvoll dargestellt und ermutigen dazu, das Evangelium mutig zu verkünden, selbst unter widrigen Umständen.