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1.Juli 2024
TÄGLICHES BIBELLESEN – Micha Kap.7
Klage über die Verderbnis des Volkes.
1Ach, es geht mir wie einem, der im Weinberge nachliest, da man keine Trauben findet zu essen, und wollte doch gerne die besten Früchte haben. 
2Die frommen Leute sind weg in diesem Lande, und die Gerechten sind nicht mehr unter den Leuten. Sie lauern alle auf Blut; ein jeglicher jagt den andern, daß er ihn verderbe, 
3und meinen, sie tun wohl daran, wenn sie Böses tun. Was der Fürst will, das spricht der Richter, daß er ihm wieder einen Dienst tun soll. Die Gewaltigen raten nach ihrem Mutwillen, Schaden zu tun, und drehen’s, wie sie wollen. 
4Der Beste unter ihnen ist wie ein Dorn und der Redlichste wie eine Hecke. Aber wenn der Tag deiner Prediger kommen wird, wenn du heimgesucht sollst werden, da werden sie dann nicht wissen, wo aus. 
5Niemand glaube seinem Nächsten, niemand verlasse sich auf einen Freund; bewahre die Tür deines Mundes vor der, die in deinen Armen schläft. 
6Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter setzt sich wider die Mutter, die Schwiegertochter ist wider die Schwiegermutter; und des Menschen Feinde sind sein eigenes Hausgesinde.
7Ich aber will auf den Herrn schauen und des Gottes meines Heils warten; mein Gott wird mich hören. 
Die Hoffnung der Gemeinde auf Gottes Gnade.
8Freue dich nicht, meine Feindin, daß ich darniederliege! Ich werde wieder aufkommen; und so ich im Finstern sitze, so ist doch der Herr mein Licht. 
9Ich will des Herrn Zorn tragen – denn ich habe wider ihn gesündigt –, bis er meine Sache ausführe und mir Recht schaffe; er wird mich ans Licht bringen, daß ich meine Lust an seiner Gnade sehe. 
10Meine Feindin wird’s sehen müssen und mit aller Schande bestehen, die jetzt zu mir sagt: Wo ist der Herr, dein Gott? Meine Augen werden’s sehen, daß sie dann wie Kot auf der Gasse zertreten wird. 
11Zu der Zeit werden deine Mauern gebaut werden, und Gottes Wort wird weit auskommen. 
12Und zur selben Zeit werden sie von Assur und von den Städten Ägyptens zu dir kommen, von Ägypten bis an den Strom, von einem Meer zum andern, von einem Gebirge zum andern. 
13Denn das Land wird wüst sein seiner Einwohner halben, um der Frucht willen ihrer Werke.
14Du aber weide dein Volk mit deinem Stabe, die Herde deines Erbteils, die da besonders wohnt im Walde, mitten auf dem Karmel; laß sie zu Basan und Gilead weiden wie vor alters. 
15Ich will sie Wunder sehen lassen gleichwie zur Zeit, da sie aus Ägyptenland zogen, 
16daß es die Heiden sehen und alle ihre Gewaltigen sich schämen sollen und die Hand auf ihren Mund legen und ihre Ohren zuhalten. 
17Sie sollen Staub lecken wie die Schlangen und wie das Gewürm auf Erden zitternd hervorkommen aus ihren Burgen; sie werden sich fürchten vor dem Herrn, unserm Gott, und vor dir sich entsetzen. 
Vertrauen auf die Gnade Gottes.
18Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erläßt die Missetat den übrigen seines Erbteils, der seinen Zorn nicht ewiglich behält! denn er ist barmherzig. 
19Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Missetaten dämpfen und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. 
20Du wirst dem Jakob die Treue und Abraham die Gnade halten, wie du unsern Vätern vorlängst geschworen hast.
Luther 1912Public Domain

Kommentar
Verse 1-2:
Micha beginnt das Kapitel mit einer Klage über den moralischen und geistlichen Zustand des Volkes Israel. Er vergleicht sich mit jemandem, der nach Trauben sucht und keine findet, was seine Enttäuschung und Verzweiflung ausdrückt. Die frommen und gerechten Menschen sind verschwunden, und das Land ist voller Blutvergießen und Gewalt.
Verse 3-4:
Die Führer des Volkes, sowohl Fürsten als auch Richter, sind korrupt und selbstsüchtig. Sie handeln nach ihren eigenen bösen Wünschen und verdrehen das Recht. Micha beschreibt die Besten unter ihnen als Dornen und Hecken, was bedeutet, dass selbst die am wenigsten schlechten Menschen schädlich und gefährlich sind. Doch es wird ein Tag der Abrechnung kommen, an dem sie ihre Bosheit nicht mehr verbergen können.
Verse 5-6:
Das Vertrauen unter den Menschen ist vollständig zerstört. Es gibt keinen Glauben und keine Zuverlässigkeit mehr, nicht einmal innerhalb der Familie. Diese Verse beschreiben eine Gesellschaft, in der Misstrauen und Verrat vorherrschen, was auf die tiefgehende moralische Zerrüttung hinweist.
Vers 7:
Trotz der Dunkelheit und Verderbnis erklärt Micha sein Vertrauen auf den Herrn. Er entscheidet sich, auf Gott zu warten und zu hoffen, dass Gott seine Bitten hören wird.
Verse 8-10:
Micha wendet sich direkt an seine Feinde und erklärt, dass sie sich nicht über sein Unglück freuen sollen. Obwohl er gefallen ist und im Dunkeln sitzt, vertraut er darauf, dass der Herr sein Licht ist und ihn wieder aufrichten wird. Er erkennt seine Sünden an und trägt den Zorn des Herrn, bis Gott seine Sache zu einem gerechten Ende bringt und ihm seine Gnade zeigt. Seine Feinde werden ihre Schande sehen, wenn der Herr ihm Gerechtigkeit widerfahren lässt.
Verse 11-13:
Micha prophezeit eine Zeit des Wiederaufbaus und der Erweiterung. Die Mauern Jerusalems werden wieder aufgebaut, und Gottes Wort wird sich weit verbreiten. Menschen aus entfernten Ländern werden kommen, aber das Land wird aufgrund der Sünden seiner Bewohner verwüstet sein.
Verse 14-15:
Micha bittet Gott, sein Volk zu weiden und zu schützen, wie er es in früheren Zeiten getan hat. Er erinnert an die Wunder Gottes bei der Befreiung aus Ägypten und hofft auf ähnliche mächtige Taten in der Zukunft.
Verse 16-17:
Die Nationen werden die Macht Gottes sehen und sich vor ihm fürchten. Sie werden vor Scham und Ehrfurcht verstummen und ihre Macht wird nutzlos sein. Diese Verse betonen die Ehrfurcht, die die Heiden vor dem Herrn haben werden, wenn sie seine Macht erkennen.
Verse 18-20:
Micha endet das Kapitel und das Buch mit einem Lobpreis auf die Barmherzigkeit und Treue Gottes. Er beschreibt Gott als einen, der Sünden vergibt und Missetaten erlässt. Gott hält seinen Zorn nicht ewig, sondern zeigt Barmherzigkeit. Micha betont, dass Gott die Sünden seines Volkes in die Tiefen des Meeres werfen wird und seine Treue gegenüber Jakob und seine Gnade gegenüber Abraham halten wird, wie er es den Vätern verheißen hat.
Zusammenfassung:
Micha Kapitel 7 beginnt mit einer düsteren Beschreibung der moralischen Verfallenheit Israels, die durch Korruption, Verrat und Ungerechtigkeit geprägt ist. Doch inmitten dieser Dunkelheit stellt Micha sein Vertrauen auf den Herrn und prophezeit eine Zeit der Erneuerung und Gnade. Er betont, dass Gott barmherzig und treu ist und dass er seine Verheißungen halten wird. Diese Hoffnung und Zuversicht sind ein kraftvoller Abschluss des Buches Micha, das sowohl die Sünde des Volkes als auch die unendliche Gnade Gottes hervorhebt.

 

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.42: Überlieferungen
Auf der Grundlage von Matthäus 15,1-20; Markus 7,1-23.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Hintergrund und Kontext:
In Kapitel 42 wird die Konfrontation zwischen Jesus und den Pharisäern sowie Schriftgelehrten thematisiert, die ihm eine Falle stellen wollten. Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren darauf bedacht, Jesus aufgrund der Nichtbeachtung der überlieferten Vorschriften zu beschuldigen, insbesondere in Bezug auf die rituellen Reinigungen. Diese Vorschriften, die als Schutzmaßnahme um das Gesetz Gottes geschaffen wurden, waren im Laufe der Zeit so bedeutend geworden, dass sie die eigentlichen Gebote Gottes in den Hintergrund drängten.
Die Anklage der Pharisäer und Schriftgelehrten:
Die Pharisäer und Schriftgelehrten konfrontieren Jesus und fragen ihn, warum seine Jünger die Satzungen der Ältesten übertreten, indem sie ihre Hände vor dem Essen nicht waschen (Matthäus 15,2). Diese Frage zeigt, dass die religiösen Führer mehr Wert auf menschliche Traditionen legen als auf die eigentlichen Gebote Gottes.
Jesus’ Antwort und die wahre Reinheit:
Jesus verteidigt sich und seine Jünger nicht direkt, sondern weist auf die Heuchelei der Pharisäer hin. Er zitiert Jesaja, um ihre Herzensferne von Gott zu verdeutlichen (Matthäus 15,7-9). Jesus betont, dass es nicht das ist, was von außen in den Menschen hineinkommt, das ihn verunreinigt, sondern das, was aus dem Herzen herauskommt. Böse Gedanken, Worte und Taten sind die wahre Quelle der Verunreinigung, nicht die Vernachlässigung äußerlicher, von Menschen beschlossener Verordnungen.
Kritik an menschlichen Traditionen:
Jesus macht deutlich, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten die Gebote Gottes durch ihre Traditionen außer Kraft setzen. Ein Beispiel hierfür ist die Praxis, Eltern die Unterstützung zu verweigern, indem man Besitz als “Korban” (Opfergabe) erklärt. Diese Praxis zeigt, wie menschliche Traditionen missbraucht werden, um göttliche Gebote zu umgehen (Markus 7,9-12).
Widerstand und Feindschaft:
Die Reaktion der Pharisäer auf Jesu Worte ist wütend, da sie ihre Falschheit und Heuchelei aufgedeckt sehen. Jesus weist darauf hin, dass menschliche Gebräuche und Überlieferungen, die nicht von Gott stammen, letztendlich wertlos sind und ausgerissen werden (Matthäus 15,13).
Aktualität und Anwendung:
Auch heute noch neigen Menschen dazu, menschliche Traditionen und Gebräuche über die Gebote Gottes zu stellen. Diese Neigung führt oft zu Feindschaft gegenüber denen, die auf die Fehler solcher Praktiken hinweisen. In der modernen christlichen Praxis gibt es viele Einrichtungen und Traditionen, die keine bessere Grundlage haben als die Überlieferungen der Väter. Es ist entscheidend, dass wir uns auf das Wort Gottes stützen und uns nicht von menschlichen Vorschriften ablenken lassen.
Zusammenfassung:
Kapitel 42 beleuchtet die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den religiösen Führern seiner Zeit über die Bedeutung von Traditionen im Vergleich zu den Geboten Gottes. Jesus betont die Wichtigkeit der inneren Reinheit und der Einhaltung der göttlichen Gebote über menschliche Traditionen. Diese Lehre bleibt relevant, da sie uns daran erinnert, dass wahre Reinheit und Gehorsam gegenüber Gott aus dem Herzen kommen und nicht durch äußere Rituale oder menschliche Vorschriften bestimmt werden.

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.43: Die Schranken werden niedergerissen
Auf der Grundlage von Matthäus 15,21-28; Markus 7,24-30.
Hier online lesen.

 

Kommentar
Hintergrund und Kontext:
Nach dem Zusammentreffen mit den Pharisäern zieht sich Jesus von Kapernaum zurück und begibt sich in die Gegend von Tyrus und Sidon, um dort Abgeschiedenheit und Ruhe zu finden. Diese Reise hat nicht nur das Ziel der Ruhe, sondern dient auch der Vorbereitung seiner Jünger auf ihre zukünftige Mission, die über die Grenzen Israels hinausreichen soll. Jesus nutzt diese Gelegenheit, um den Jüngern wichtige Lektionen über Gnade, Glaube und die Universalität des Evangeliums zu vermitteln.
Die Begegnung mit der kanaanäischen Frau:
Verse 21-22: Die kanaanäische Frau, die zu Jesus kommt, stellt einen bemerkenswerten Kontrast zu den religiösen Führern dar, die ihn gerade herausgefordert haben. Sie ist eine Heidin, von den Juden verachtet und ausgeschlossen, doch sie zeigt einen tiefen Glauben und eine bemerkenswerte Beharrlichkeit, indem sie Jesus um die Heilung ihrer Tochter bittet. Ihre Anrede „Herr, Sohn Davids“ zeigt ihre Anerkennung seiner messianischen Rolle.
Die Prüfung des Glaubens: Jesus ignoriert zunächst die Bitte der Frau und gibt ihr eine scheinbar abweisende Antwort. Diese Reaktion könnte als hart oder herzlos erscheinen, dient aber einem tieferen Zweck. Jesus möchte den Jüngern die gängigen Vorurteile und die harte Haltung der Juden gegenüber den Heiden vor Augen führen. Gleichzeitig prüft er den Glauben der Frau und gibt ihr die Gelegenheit, ihren festen Glauben und ihre Demut zu zeigen.
Die Antwort der Frau: Trotz der abweisenden Worte lässt sich die Frau nicht entmutigen. Sie erkennt die Gelegenheit und antwortet mit bemerkenswerter Demut und Glauben, dass selbst die Hunde die Brosamen unter dem Tisch der Kinder essen. Diese Antwort zeigt, dass sie nicht nur die Gnade Gottes für sich beansprucht, sondern auch seine Barmherzigkeit und Liebe versteht, die über alle kulturellen und ethnischen Grenzen hinausgehen.
Jesu Reaktion: Beeindruckt von ihrem Glauben und ihrer Demut erfüllt Jesus ihre Bitte und heilt ihre Tochter. Diese Handlung zeigt deutlich, dass Gottes Gnade und Heilung allen zugänglich sind, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Status. Es ist ein kraftvolles Beispiel für die Überwindung von Vorurteilen und die Inklusivität des Evangeliums.
Lehren für die Jünger:
Jesus nutzt diese Begegnung, um den Jüngern mehrere wichtige Lektionen zu erteilen:
  1. Glaube und Beharrlichkeit: Der unerschütterliche Glaube und die Beharrlichkeit der Frau dienen als Vorbild für die Jünger und alle Gläubigen.
  2. Universalität des Evangeliums: Jesus zeigt, dass seine Mission und die Botschaft des Evangeliums nicht auf das jüdische Volk beschränkt sind, sondern für alle Menschen gelten.
  3. Überwindung von Vorurteilen: Die Begegnung lehrt die Jünger, ihre eigenen Vorurteile und die ihrer Kultur zu erkennen und zu überwinden.
Weitreichende Bedeutung:
Diese Begebenheit hat weitreichende Implikationen für das Verständnis der Mission Jesu und der Rolle der Jünger. Sie zeigt, dass das Evangelium die Barrieren von Rasse, Kultur und Religion durchbrechen soll und dass Glaube und Demut die entscheidenden Faktoren sind, um Gottes Gnade zu empfangen.
Aktualität und Anwendung:
Auch heute noch bestehen soziale, kulturelle und religiöse Schranken, die Menschen voneinander trennen. Die Lehren aus dieser Geschichte erinnern uns daran, dass Gottes Liebe und Gnade für alle Menschen zugänglich sind und dass wir als Gläubige dazu berufen sind, diese Botschaft der Inklusivität und Barmherzigkeit in die Welt zu tragen.
Schlussfolgerung:
Die Geschichte von Jesus und der kanaanäischen Frau ist ein kraftvolles Zeugnis für die Überwindung von Vorurteilen und die universale Natur des Evangeliums. Sie zeigt, dass wahrer Glaube und Demut die Schlüssel sind, um Gottes Gnade zu empfangen, und dass keine menschliche Schranke stark genug ist, um die Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu begrenzen. Diese Lehre ist heute genauso relevant wie damals und fordert uns auf, die universelle Botschaft des Evangeliums zu leben und weiterzugeben.

 

 

WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Das Leben Jesu Kap.44: Das wahre Zeichen
Auf der Grundlage von Matthäus 15,29-39; Matthäus 16,1-12; Markus 7,31-37; Markus 8,1-21.
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Kommentar
Hintergrund und Kontext:
In diesem Kapitel erleben wir die Fortsetzung des Wirkens Jesu in den nicht-jüdischen Gebieten, nachdem er die kanaanäische Frau getroffen hatte. Er zog durch Sidon, kam zum Galiläischen Meer und in das Gebiet der Zehn Städte (Dekapolis). Diese Regionen waren überwiegend von Heiden bewohnt, was Jesu Mission zu dieser Zeit ungewöhnlich macht, da er vorwiegend unter den Juden gewirkt hatte.
Die Heilung des Taubstummen (Markus 7,31-37):
Vers 31: Jesus reist von Tyrus über Sidon zum Galiläischen Meer, in das Gebiet der Dekapolis. Diese Bewegung zeigt, dass Jesus auch in heidnischen Gebieten wirkt und seine Botschaft und seine Heilungen nicht nur auf die Juden beschränkt sind.
Vers 32-35: Die Menschen bringen einen Taubstummen zu Jesus und bitten ihn, ihn zu heilen. Jesus nimmt den Mann beiseite, legt seine Finger in dessen Ohren und berührt dessen Zunge. Diese physischen Handlungen zeigen Jesu persönliche und fürsorgliche Herangehensweise. Er seufzt, schaut zum Himmel und spricht „Effata“ (Tu dich auf). Sofort kann der Mann hören und sprechen. Diese Heilung zeigt nicht nur Jesu Macht, sondern auch seine tiefe Mitgefühl und seine Fähigkeit, körperliche und geistige Barrieren zu überwinden.
Vers 36-37: Jesus fordert die Menschen auf, nicht darüber zu sprechen, aber sie verbreiten die Nachricht dennoch. Dies zeigt die überwältigende Wirkung von Jesu Wundern auf die Menschen und ihre Unfähigkeit, über solch wunderbare Ereignisse zu schweigen.
Die Speisung der Viertausend (Matthäus 15,29-39):
Vers 29-31: Jesus geht auf einen Berg und eine große Menge folgt ihm. Sie bringen Kranke und Lahme zu ihm und er heilt sie. Diese Wunder führen dazu, dass die Menge – bestehend aus Heiden – den Gott Israels preist. Dies ist bemerkenswert, da es zeigt, dass Jesu Werke auch unter den Heiden Anerkennung finden und Gott gepriesen wird.
Vers 32-39: Nachdem die Menge drei Tage bei Jesus gewesen war und keine Nahrung mehr hatte, drückt Jesus sein Mitgefühl aus und beschließt, sie zu speisen. Die Jünger zweifeln erneut an der Möglichkeit, so viele Menschen in der Wüste zu sättigen. Doch Jesus wiederholt das Wunder der Speisung: mit sieben Broten und wenigen Fischen sättigt er viertausend Männer, dazu Frauen und Kinder. Sieben Körbe mit Resten bleiben übrig. Diese Speisung zeigt erneut Jesu Macht und Mitgefühl und dient als Vorbild für die Jünger, dass Gottes Versorgung unbegrenzt und über alle kulturellen Grenzen hinweg ist.
Die Herausforderung durch die Pharisäer und Sadduzäer (Matthäus 16,1-4):
Vers 1-4: Nach der Rückkehr in jüdische Gebiete fordern die Pharisäer und Sadduzäer ein Zeichen vom Himmel als Beweis seiner göttlichen Sendung. Jesus weist diese Forderung zurück und sagt, dass ihnen kein anderes Zeichen gegeben wird außer dem Zeichen des Propheten Jona. Diese Antwort zeigt, dass äußerliche Zeichen und Wunder allein nicht ausreichen, um den Unglauben zu überwinden; es bedarf einer inneren Veränderung des Herzens.
Lehren und Anwendung:
1. Glaube und Mitgefühl: Jesu Heilung des Taubstummen und die Speisung der Viertausend zeigen sein tiefes Mitgefühl und seine Bereitschaft, allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, zu helfen. Dies lehrt uns, dass Glaube und Mitgefühl Hand in Hand gehen und dass wir aufgefordert sind, unseren Glauben durch Taten der Liebe und Fürsorge auszudrücken.
2. Überwindung von Vorurteilen: Die Jünger müssen lernen, ihre jüdischen Vorurteile gegenüber den Heiden zu überwinden. Jesu Wirken in den heidnischen Gebieten zeigt, dass Gottes Liebe und Gnade für alle Menschen zugänglich sind. Dies ist eine wichtige Lektion für uns, Vorurteile und Diskriminierung in unserem eigenen Leben zu erkennen und zu überwinden.
3. Das wahre Zeichen: Jesu Antwort an die Pharisäer und Sadduzäer betont, dass wahre Zeichen und Wunder nicht äußerlicher Natur sind, sondern in der inneren Veränderung des Herzens und im Glauben an Gottes Wort bestehen. Dies fordert uns heraus, unser eigenes spirituelles Leben zu überprüfen und sicherzustellen, dass wir nicht nur nach äußerlichen Beweisen suchen, sondern nach einer tiefen und authentischen Beziehung zu Gott streben.
Zusammenfassung:
Kapitel 44 zeigt uns, wie Jesus die Schranken zwischen Juden und Heiden durchbricht und die universelle Natur seiner Botschaft und seines Wirkens offenbart. Seine Heilungen und Wunder in heidnischen Gebieten, sowie seine Lehren über den wahren Glauben, fordern uns auf, unsere eigenen Vorurteile und Begrenzungen zu überwinden und eine tiefere, mitfühlendere und authentischere Beziehung zu Gott zu entwickeln.