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Grenzverletzung | 9.04.2024
Christus lehrt, dass man nicht zwei Herren dienen kann
Einleitung: In diesem Abschnitt wird betont, dass Christus nicht sagt, der Mensch solle nicht zwei Herren dienen, sondern dass er es nicht kann. Die Interessen Gottes und die des Mammons sind unvereinbar und können nicht in Harmonie gebracht werden. Während der Christ sich selbst verleugnet und den Weisungen seines Gewissens folgt, überschreitet der weltliche Mensch die Grenze, um seinen egoistischen Neigungen nachzugeben. Dies schafft eine klare Trennung zwischen dem Nachfolger Christi und dem Liebhaber der Welt. Niemand kann neutral bleiben; jeder Mensch steht entweder auf der Seite Gottes oder auf der Seite des Feindes. Ein halbherziger Dienst stellt den Menschen unweigerlich auf die Seite der Dunkelheit.

„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist.“ 1.Johannes 2,15

Christus sagt nicht, dass der Mensch nicht zwei Herren dienen wird oder nicht dienen soll, sondern dass er nicht dienen kann. Die Interessen Gottes und die Interessen des Mammons können nicht verbunden und nicht in Einklang gebracht werden. Wo der Christ durch sein Gewissen aufgefordert wird, zu ertragen, sich selbst zu verleugnen, innezuhalten, dort überschreitet der weltliche Mensch die Grenze, um seinen egoistischen Neigungen nachzugeben. Auf der einen Seite der Grenze steht der Nachfolger Christi, der sich selbst verleugnet, und auf der anderen Seite der Liebhaber der Welt, der sich seinen eigenen Vergnügungen hingibt, sich der Mode anpasst, ein frivoles Verhalten an den Tag legt und sich verbotenen Vergnügungen hingibt. Der Christ kann diese Grenze nicht überschreiten.
Niemand kann sich in eine neutrale Position begeben; es gibt keine Mittelschicht von Menschen, die weder Gott lieben noch dem Feind der Gerechtigkeit dienen. Christus muss in seinen menschlichen Dienern leben und durch ihre Fähigkeiten wirken und durch ihre Kapazitäten handeln. Ihr Wille muss seinem Willen unterworfen sein; sie müssen zusammen mit seinem Geist handeln. So leben sie nicht mehr, sondern Christus lebt in ihnen. Wer sich nicht ganz Gott weiht, steht unter der Kontrolle einer anderen Macht, unterwirft sich einer anderen Stimme, deren Vorschläge völlig anders sind. Der Halbherzige Dienst stellt den Menschen auf die Seite des Feindes, als erfolgreicher Verbündeter der Heere der Dunkelheit. […]
Nicht das sündhafte Leben des eingefleischten Sünders oder der Ausgestoßenen der Gesellschaft ist die stärkste Festung des Lasters in unserer Welt, sondern das Leben, das ansonsten edel, tugendhaft und ehrenhaft erscheint, in dem aber eine einzige Sünde oder ein Laster gepflegt wird. Für die Seele, die heimlich gegen eine gewaltige Versuchung kämpft und verzweifelt am Rande des Abgrunds zittert, ist ein solches Beispiel eines der mächtigsten Verführungsmittel der Sünde. Derjenige, der, obwohl er hohe Vorstellungen von Leben, Wahrheit und Ehre hat, absichtlich eine der heiligen Bestimmungen von Gottes Gesetz übertritt, verwandelt seine edlen Gaben in einen Köder zur Sünde. Genie, Talent, Mitgefühl, ja sogar gute und großzügige Taten können zu Fallstricken Satans werden, um andere Seelen zum Verlust dieses und des zukünftigen Lebens zu verleiten.
Ellen White, Das bessere Leben, S. 93-94