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Ein Beispiel echter Heiligung | 30.03.2024
Das Leben des Jüngers Johannes

Im Leben des Jüngers Johannes wird die Essenz wahrer Heiligkeit deutlich. Während seiner engen Beziehung zu Christus wurde er durch wiederholte Warnungen und Ermahnungen des Erlösers geformt. Diese Einleitung gibt einen Einblick in Johannes‘ Transformation und verdeutlicht, wie er durch die Offenbarung des göttlichen Charakters seine eigenen Schwächen erkannte und sich demütigte. Tag für Tag wurde sein Herz von der Sanftmut und Geduld Jesu angezogen, bis er sich letztendlich in bedingungsloser Liebe zum Lehrer selbst verlor.

„Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reinigt sich, gleichwie er auch rein ist.“ 1.Johannes 3,3

Im Leben des Jüngers Johannes wird wahre Heiligkeit veranschaulicht. Während der Jahre enger Verbundenheit mit Christus wurde er oft vom Erlöser gewarnt und erhielt seine Zurechtweisungen. Als ihm der Charakter des Göttlichen offenbart wurde, sah Johannes seine eigenen Mängel und demütigte sich angesichts dieser Erkenntnis. Tag für Tag, im Gegensatz zu seinem gewalttätigen Wesen, betrachtete er die Sanftmut und Nachsicht Jesu und hörte seine Lehren über Demut und Geduld. Tag für Tag wurde sein Herz zu Christus hingezogen, bis er, aus Liebe zum Lehrer, sich selbst aus den Augen verlor. Die Kraft und Sanftmut, die Größe und Demut, die Stärke und Geduld, die er im täglichen Leben des Sohnes Gottes sah, erfüllten seine Seele mit Bewunderung. Er unterwarf seinen ressentimentvollen und aufsässigen Temperament der formenden Macht Christi, und die göttliche Liebe wirkte in ihm die Verwandlung des Charakters herbei. […]
Johannes war ein Lehrer der Heiligkeit und in seinen Briefen an die Kirche legte er unfehlbare Regeln für christliches Verhalten fest. „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt“, schrieb er, „reinigt sich, wie er rein ist“; „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch so leben, wie Jesus gelebt hat“ (1. Johannes 3:3; 2:6). Er lehrte, dass ein Christ ein reines Herz und Leben haben muss. Er sollte niemals mit einem leeren Bekenntnis des Glaubens zufrieden sein. So wie Gott in seiner Sphäre heilig ist, so muss auch der gefallene Mensch durch den Glauben an Christus in seiner Sphäre heilig sein.
„Das ist aber der Wille Gottes“, schrieb der Apostel Paulus, „eure Heiligung“ (1. Thessalonicher 4:3). Die Heiligung der Kirche ist das Ziel, das Gott in seinem ganzen Handeln gegenüber seinem Volk verfolgt. Er hat sie von Ewigkeit an erwählt, um heilig zu sein. Er gab seinen Sohn für sie, damit sie durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit geheiligt werden, befreit von aller Nichtigkeit des Selbst. Von ihrer Seite aus verlangt er ein persönliches Werk, eine persönliche Hingabe.
Ellen White, Apostelgeschichte, S. 557, 559

Lieber himmlischer Vater,
wir danken Dir für die Hoffnung, die Du uns in Christus gegeben hast. Hilf uns, uns selbst zu reinigen und Dir immer ähnlicher zu werden. Lass uns die Demut und Sanftmut Jesu in unserem täglichen Leben nachahmen. Gib uns die Kraft, unser Temperament Deiner formenden Macht zu unterwerfen. Mögen wir stets nach Heiligkeit streben und nicht mit einem leeren Bekenntnis zufrieden sein. Erfülle uns mit Deiner Liebe und Geduld, damit wir Deinen Willen in allen Dingen tun können. Lehre uns, wie Jesus zu leben, in Reinheit und Gehorsam gegenüber Deiner Wahrheit. Segne uns mit einem reinen Herzen und einem heiligen Leben. Führe uns täglich näher zu Dir, damit wir in Deiner Gnade und Heiligkeit wachsen.
Amen.